Feststellbremse noch immer zu schwach

  • Hallo liebe Gemeinde!

    leider ist die Wirkung meiner Handbremse zu schlecht. Ich habe vor ca 1,5 Jahren Scheiben / Bremsbacken erneuert und danach nie wieder eine ordentliche Bremswirkung erreicht. Will heißen ich kann z.B. nicht auf Keilen stehen ohne noch zusätzlich den 1.Gang einzulegen. Ich habe das Problem etwas ignoriert aber jetzt ist die HU fällig.

    Nun hab ich auch noch die etwas verschlissenen hinteren Seilzüge erneuert, ohne eine Verbesserung zu erziehlen.

    Bei der Einstellung der Bremse wollte ich nach dem gängigen Leitfaden vorgehen (Bremszug am Ausgleichshebel lockern, radseitig L/R Ritzel bis Anschlag schrauben dann 5 Zähne lockern, Handbremshebel 6 Raster anziehen, Mutter am Ausgleichshebel mit 15Nm anziehen) , scheitere aber an folgendem Punkt:

    Wenn ich den Handbremshebel 6 Raster anziehe und dann am hinteren Ausgleichshebel die Mutter mit 15Nm anziehe wird das ganze so sehr gespannt, dass ich die Handbremse nur noch mit follem Einsatz gelöst bekomme und dann die Räder noch immer fest sind. Was mache ich falsch?

    Ich habe auch versucht bei gelöstem Handbremshebel die Mutter nur so zu spannen, dass die abgehenden Seilzüge gerade leicht gespannt sind. Dann ergibt sich ein angenehmes Gefühl beim Anziehen der Bremse am Handbremshebel und die Räder werden schon beim 1.Raster etwas gebremst und laufen nach dem Lösen wieder frei.

    Eigentlich alles gut, nur halt zu wenig Bremswirkung.

    Weiß jemand was ich noch tun könnte?

    Ich hoffe ich habe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt und danken euch schon mal fürs Lesen des langen Textes.

    Gruß Hofa

    Ducato 250,Bj2006, 320000km

  • Hallo Thomas,

    technisch hast Du scheinbar Ahnung, auch wenn Du das Forum offenbar nur dann benutzt, wenn Du nicht weiterkommst:

    Glühkerze abreißen


    Im aktuellen Fall rate ich Dir: in die Werkstatt gehen mit dem Auftrag, das Fahrzeug durch den TÜV zu bringen. Kannst ja vorher auf die Dir bekannten Probleme mit den Bremsen hinweisen. Gruß HaWe

  • Ich tippe auf einen Fehler beim Einbau der Bremsbacken. Hatte ein Kollege mal an einem Anhänger. War eine Kleinigkeit aber ich weiß nicht mehr woran es gelegen hat und kann Ihn auch nicht mehr fragen. Also nochmal ausbauen und kontrollieren.
    Was mich noch mehr erstaunt ist das Du anderthalb Jahre mit dem Problem so durch die Lande fährst.

    Gruß Bernd

  • Moin,

    Hatte ich auch.

    Gewindestange vom Umlenkhebel zu den Seilen war so verrostet, dass ich Ritzel und Muttern und sonstwas nach Lehrbuch anziehen konnte und nix passiert ist.


    Die 15Nm Kontermutter bringt nix, wenn die Stange mit den Seilzügen verwachsen ist.

    Da ist das dann entweder zu fest oder zu locker.


    Heißt: Gewindestange ausbauen und reinigen; bis alles wieder beweglich ist.


    Anbei noch die vollständige Anleitung.


    Wichtig ist auch, dass man die Einstellungen mehrmals macht: bis das sitzt. Also GENAU/EXAKT an die Anleitung halten.


    Ducato 250 Handbremse einstellen.pdf

  • Das Thema hatten wir kürzlich


    neuer Handbremsbelag erreicht die Werte nicht


    Wie im o.g. Beitrag beschrieben. Hatten wir das gleiche Problem , nur das die ( unverschämt teuren ) original Handbremsbeläge für unser Maxi (Heavy) Fahrwerk, die geforderten Werte brachten.

    X 2/51 Maxi-Fahrwerk 3,0 - 6m Ti -

  • Danke für die Tipps!

    Hallo Thomas,

    technisch hast Du scheinbar Ahnung, auch wenn Du das Forum offenbar nur dann benutzt, wenn Du nicht weiterkommst:

    Glühkerze abreißen


    Im aktuellen Fall rate ich Dir: in die Werkstatt gehen mit dem Auftrag, das Fahrzeug durch den TÜV zu bringen. Kannst ja vorher auf die Dir bekannten Probleme mit den Bremsen hinweisen. Gruß HaWe

    Mit "scheinbar" hast Du absolut Recht, deshalb traue ich mir auch nicht zu fundierte Aussagen über andere technischen Probleme

    zu treffen.

    Werkstatt mache ich nur wenn ichs wirklich nicht repariert bekomme, kann ich mir aber kaum vortstellen da die Handbremse nicht sehr komplex erscheint.

  • Ich tippe auf einen Fehler beim Einbau der Bremsbacken. Hatte ein Kollege mal an einem Anhänger. War eine Kleinigkeit aber ich weiß nicht mehr woran es gelegen hat und kann Ihn auch nicht mehr fragen. Also nochmal ausbauen und kontrollieren.
    Was mich noch mehr erstaunt ist das Du anderthalb Jahre mit dem Problem so durch die Lande fährst.

    Gruß Bernd

    Einbaufehler kan ich natürlich nicht ganz ausschließ, habs aber schon nochmals geöffnet und überprüft.

    Wie schnell die Zeit mit schwacher Hanbremse vergeht hat mich auch erstaunt:wacko:, mea culpa .

  • Die 15Nm Kontermutter bringt nix, wenn die Stange mit den Seilzügen verwachsen ist.

    Ist bei mir gut geschützt durch Abwassertank und vorgezogenen Reservereifen, deshalb sehr leichtgängig und sauber.

    Allerdings ist mein Dremo mit 15Nm am untersten Ende, wenn es da so genau geht könnte das eine Fehlerquelle sein.

  • Das Thema hatten wir kürzlich


    neuer Handbremsbelag erreicht die Werte nicht


    Wie im o.g. Beitrag beschrieben. Hatten wir das gleiche Problem , nur das die ( unverschämt teuren ) original Handbremsbeläge für unser Maxi (Heavy) Fahrwerk, die geforderten Werte brachten.

    Ich habe "natürlich" auch Beläge aus dem Zubehör verbaut. Aber wenn das nur mit den originalen Belägen funktioniert hätte es

    doch eigentlich einen größeren Aufschrei geben müssen?

  • Hallo

    Das Thema war schon hier, ich habe dir nochmal meine Antwort kopiert.


    Nach meinem Komplettwechsel hinten, hatte ich auch Probleme mit der Handbremse. Alles war richtig eingebaut .

    Nachdem ich X mal drunterlag und die beiden Seile einstellte ( was nix brachte) habe ich weiter vorn am Fahrzeug das direkte Seil welches vom Handbremshebel kommt und an einer Art Wippe mit Feder endet nochmals nachgestellt und siehe da es klappte. Da war bereits vorn zu viel Spiel war, welches sich bis nach hinten übertragen hatte.

    Wenn du die Trommel eh noch einmal abschraubst, nimm grobes Schleifpapier und raue die Trommel und die Beläge QUER zur Laufrichtung auf. Anschließend alles mit Bremsenreiniger sauber machen.


    Vieleicht hilft dir das weiter.

  • Die "Reibflächen" in den Bremstrommeln müssen blank sein (wie die Bremsscheiben).


    Tipp für die Zukunft: Um den in Bremstrommeln sich bildenden Rost "abzuschleifen“, ab und zu mit leicht gezogener Feststellbremse anfahren und im 1. Gang die Bremsbacken schleifen lassen, wenn die Verkehrssituation es zulässt.

  • Und da es ja nur die Feststellbremse betrifft kannst du auch ruhig mit nem Schleifstein (auf ner Bohrmaschine oder Akkuschrauber ) sich über Kreuz und quer zur Laufrichtung verlaufende etwas tiefere (als mit Schleifpapier erreichbare) Riefen in die Trommeln schleifen . Für die Beläge reicht Schleifpapier grob .

    https://www.ebay.de/itm/182222…eb7bd15f8ac67bd4575a4ea96

    Niemals so mit schnelldrehenden also den Haupt Trommelbremsen (wenn vorhanden) machen, gilt nur für die Feststellbremse.


    Das hat meinem Freund damals geholfen, nachdem der auch alles mögliche incl. Erneuerung sämtlicher Komponenten vergeblich versucht hat.

    Den Tipp hatte er (unter der Hand und inoffiziell ) von einem Meister einer Fiat Profesionell Werkstatt bekommen , die sich in hartnäckigen Fällen wohl der gleichen Methode bedient haben.

    Da die Handbremse ja auch nur zum Feststellen und bei ganz geringer Geschwindigkeit benutzt wird, hat es bei ihm 6 Jahre (bis zum Verkauf) dafür gereicht, das die TÜV Prüfer jedesmal "erstaunt" waren, welche Werte seine Hutbremse erreichte,;):wink

    Natürlich sollte das Aufrauhen so syncron und gleichmäßig wie eben möglich erfolgen , aber dann werden , vorausgesetzt alle anderen Komponenten sind leihtgängig, wirklich top Werte (für diese kleine Bremsfläche ) erzielt .

    Martin

  • Wieso wechseln manche die Bremsbacken von der Feststellbremse?

    Wenn man nicht ständig vergisst sie zu lösen und sie auch nicht richtig festgezogen hat, dann nutzen die sich doch überhaupt nicht ab.

    Ich habe gerade bei 130 000 km die hintere Bremse überholt und die Bremsbeläge sahen sehr gut aus.

  • Wieso wechseln manche die Bremsbacken von der Feststellbremse?

    Wenn man nicht ständig vergisst sie zu lösen und sie auch nicht richtig festgezogen hat, dann nutzen die sich doch überhaupt nicht ab.

    Ich habe gerade bei 130 000 km die hintere Bremse überholt und die Bremsbeläge sahen sehr gut aus.

    Weil es schon ausreicht , wenn die Handbremse über eine relativ kurze Strecke versehentlich angezogen bleibt um die Beläge „ verglasen „ und dann keine vernünftigen Bremswerte mehr erreicht werden.

    Außerdem altern Bremsbeläge auch und härten im Laufe von Jahren aus.

    Der Kleber kann sich obendrein vom Bremsbelagträger lösen und die dann darin herumfliegenden Beläge für ordentliche Schäden sorgen.

    Insofern macht ein Wechsel nach Jahren durchaus auch dann Sinn, wenn die Beläge noch gut aussehen.

    Martin

  • Also meine, mittlerweile auch im 12. Jahr, haben bombige Werte.

    Nach jeder etwas längeren Standzeit ziehe ich die Handbremse bei sehr langsamer Fahrt (ca 10-15 kmh) bis zum Stillstand.

    Die Teile funzen einwandfrei.

    Auch beim letzten Scheibenwechsel die Beläge nicht ausgetauscht, einfach gesäubert, mit Pressluft abgeblasen, fertig. Und vor allem richtig eingestellt, das ist das A und O.

    Mehr nicht.

  • Das Problem mit einer schlechten Handbremswirkung habe ich auch bei unserem 250er, nur mit voll angezogener Bremse bleibt der gerade so auf den schrägen Keilen stehen.

    Im Frühjahr habe ich TÜV und werde das vorher anschauen lassen.

    Selber will und kann ich da nichts machen, leider.

    Knaus Van Ti 600 ME auf Ducato 250 Mj 130 mit EZ 10/2009

  • Die Wippe vom vorderen Seil sieht bei mir gut aus und ist leichtgängig. Eingestellt ist sie so, dass in Ruhestellung des Handbremshebels ein kleiner Spalt an der Wippe entsteht, also genau so wie in der Beschreibung dargestellt. Sollte also passen.

    Alles aufrauhen werde ich probieren.