Welchen Victron MPPT Regler wählen?

  • Hallo,


    der nächste Sebstausbau steht an.

    Nur bei der PV Anlage gibt`s noch kleine Fragezeichen:


    Paneele:

    Geplant, bzw. bestellt sind:

    - 3x100W China Paneele (habe bei meinem letzten Ausbau gute Erfahrungen gemacht.).

    Diese sollen in Reihe geschaltet werden.

    Herstellerangabe:

    -Max. 5.5 A Stromstärke pro Paneel

    -Max. 15A Serien Schaltung möglich.


    Würdet ihr es riskieren 3 Paneele in Serie zu schalten? Gehe davon aus, dass die 5,5A in der Realität wohl nie wirklich zustande kommen werden?

    Selbst wenn, denke ich, dass sie hoffentlich 1,5A Überlast vertragen. Was denkt ihr?


    Mppt Laderegler:

    -Victron Mppt Smart Laderegler ist gesetzt.

    Doch welchen soll ich nehmen:
    Den 75/15 oder den 100/20?

    Es geht nicht darum ein paar € zu sparen, sondern ums Verständnis, was technisch mit o.g. Setup die bessere Entscheidung ist.

    Und ob es in dem Fall überhaupt einen Unterschied macht welchen ich nehme?

    Auch hier sprechen wir von nur 1,5A welche bei theoretisch voller Sonneneinstrahlung nicht genutzt werden würden.

    Fest steht, dass bei diesem Fahrzeug die Solaranlage auch in Zukunft nicht erweitert werden wird...


    Würde mich über eure Gedanken dazu freuen.


    Grüße, Max

  • Hallo

    Bei in Reihe schalten erhöht sich die Spannung und die Stromstärke bleibt gleich.

    Ich würde sie Parallel schalten dann hast du 3mal die angegebene Stromstärke und die Panelspannug bleibt so, was hat so ein Panel denn für eine Spannung?

    Ich würde den größeren Regler nehmen, hart an der Grenze zu arbeiten ist nie gut.

    Und auf jeden Fall den Victron Smart Solar Regler nehmen, der hat Bluetooth.

    Mfg Günni

    Ostfriesland Grüßt den Rest der Welt:wink


  • Ohne die PV Leerlaufspannung des Moduls zu kennen, kann Dir hier vermutlich niemand weiterhelfen ;-)


    Schliesslich muss der Laderegler mit der Spannung klarkommen. Wenn Du die Module in Reihe schaltest, dann hast Du auch dreifache Spannung.


    Gruss

    Jürgen

    BMW 540i Touring XDrive
    Astra K Sports Tourer 1.4T
    Humbaur HN 253118 Tandem (0PS / 0Nm, aber 2.1 Tonnen Zuladung)

    Dethleffs Advantage 7871-2 auf Basis Fiat Ducato 3.0 Multijet

  • Vorher fragen wäre besser gewesen.

    Grundsätzlich empfiehlt sich die Parallelschaltung vorzugsweise mit Modulen mit hoher Spannung z.B. 36 V o.ä

    Beste Grüße
    Trashy
    Diesel - Kraft durch Feinstaub :klatsch Fridays 4 Hubraum!!

    Carado first - we make caravaning great again :)

    ZgM 3850 VA 1950 HA 2240 - 200Ah LiFeYPo4 mit REC Active BMS - passiv Balancing war gestern:wink

  • Hallo,


    sorry die Spannung hatte ich nicht beachet, da sie bei keiner der Kombinationen ein Problem darstellen sollte.


    Ein Paneel kommt auf 18V. Bei Reihenschaltung insgesamt auf 54V das sollte also kein Thema sein.


    Würde die Reihenschaltung bevorzugen da sich die Verkabelung (in meinem Fall) viel sauberer hinbekommen lässt.

    Zudem sollte die Anlage bei teilweisen Schatten besser arbeiten als mit Parallelschaltung...


    Bluetooth Variante ist geplant, genauso wie Beim Ladebooster und Akku ?

  • Bei 3 Modulen gibt halt nicht viele Alternativen (entweder 3 in serie oder parallel). Und wie hier schon gesagt wurde, verdreifacht sich entweder der Strom (parallel) oder die Spannung (serie).

    Jetzt muss man die Temperatureinflüsse, die Verschattungseinflüsse usw betrachte um zu sehen ob die Spannung reicht (hohe Temperatur und Verschattung senkt die nutzbare Spannung (Querverschattung ist schlimmer als Längsverschattung (liegt an der Verschaltung der Bypassdioden))).

    Die Mpp Regler sind step-down Regler also die Panelspannung muss höher als die Batteriespannung sein.

    Der Victron Regler braucht z.B. 5 Volt mehr zum anlaufen (z.B. LiFePO4 gut entladen 13V, dann müssen min 18V vom Panel kommen, dass das Laden beginnt).

    Schau dir die Paneldaten an und du kannst entscheiden ob serie oder parallel (und wenns nicht passt nimm halt 2 Module oder 4 Module (2 in serie und noch mal 2 gleichverschaltet dazu parallel)).

    Gruß Markus


    Ups habe nicht gesehen, dass du zwischenzeitlich geantwortet hattest

  • Du solltest auch die Datenblätter beachten.
    Der 75/15 kann Max. 220Watt Eingangsleistung verarbeiten. Was darüber hinausgeht wird nicht weitergegeben.
    Bei 300W Panels verschenkst du an guten Tagen Leistung.


    Der 100/20 kommt mit 290Watt klar.

  • Ich habe 3x 100W auf dem Dach und den Victron 75/15 Laderegler. Habe mich ausführlich von einem Fachmann beraten lassen und er meinte nur, das wir hier in unseren Breitengraden nie diese Wunschwerte erreichen werden, liegt aber auch an der flachen Einbausituation. Daher wäre der 75/15 völlig ausreichend und erst ab 400W Solarfläche sollte man auf den größeren wechseln,

  • Ich habe 3x 100W auf dem Dach und den Victron 75/15 Laderegler. Habe mich ausführlich von einem Fachmann beraten lassen und er meinte nur, das wir hier in unseren Breitengraden nie diese Wunschwerte erreichen werden, liegt aber auch an der flachen Einbausituation. Daher wäre der 75/15 völlig ausreichend und erst ab 400W Solarfläche sollte man auf den größeren wechseln,

    Stimmt so leider nicht.


    Ich habe 310 Watt auf dem Dach und bin mit dem 75/15 angefangen. Bei 220 Watt war wirklich Schluss.

    Ich habe dann auf den 100/30 gewechselt. In diesem Sommer hatte ich etliche Tage mit Spitzenwerten von 260-290 Watt.


    ....habe günstig einen 75/15 abzugeben:)

  • Ich setze dir mal die Info von dem Fachmann ein, der Hauptsächlich und täglich Solaranlagen auf Wohnmobilen verbaut:

    "Die Angabe der Leistung auf den Solarmodulen ist natürlich immer die Nennleistung… diese erreicht man bei flach liegenden Modulen mittags 12:00 auf dem Äquator bei wolkenlosem Himmel und niedrigen Temperaturen… diese Nennleistung sinkt 1. mit steigenden Temperaturen und 2. mit steigendem Winkel zur Sonne, man kann in unseren Breiten davon ausgehen, dass ein 100W-Modul im Sommer ca. 75W bringt, daher reicht der 225W-Regler Victron Smartsolar 75/15 völlig aus, er wird auch nicht überlastet, wenn mehr kommt, er regelt einfach ab."


    Ob das so stimmt, oder nicht, das überlasse ich dem Auge des Betrachters. Ich bin wie viele andere hier im Forum nur ein Laie und verlasse mich daher auf die Aussage eines Fachmannes, der schon hunderte WoMo´s mit Solaranlagen versehen hat. Kann auch gern per PM die Kontaktdaten nennen.

  • Also daß für eine 300Wp-Anlage ein 75/15 mit 220 Watt ausreichen soll - kann ich kaum glauben. Wir haben 600Wp auf dem Dach und bei guter Sonne, guter Kühlung und leerer Batterie hab ich schon 540 Watt gesehen. Knapp unter 500 Watt sehe ich sogar relativ häufig. Der Theorie Deines Fachmannes zufolge hätte bei 440 Watt Schluss sein müssen...


    Preislich liegen die Victron-Regler dieser Größenordnung so nah beisammen - da kann man gleich den größeren nehmen.


    Gruss

    Jürgen

    BMW 540i Touring XDrive
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  • Beschäftige mich auch gerade mit dem Thema. Im Handbuch der Victron-Regler stehen immer 2 Leistungsangaben, abhängig von der nominalen PV-Spannung der Solarmodule. Für den 75/15 gilt:


    PVnom = 12V => bis 220W (x mal 12V parallel)

    PVnom = 24V => bis 440W (2x 12V seriell)

    PVnom > 24V ist nicht definiert, weil die Leerlaufspannung ab 3x seriell > 75V werden kann.


    Als Schutzfunktion wird bei Pmax (eigentlich: Imax) abregelt

  • ok, danke für den Hinweis, dass sich die PVnom-Leistungsangaben von Victron auf die Bordnetz-Spannung x Ladestrom beziehen.


    Wäre eindeutiger, wenn Victron das nicht mit PVnom sondern als max. Pout des Ladereglers bezeichnen würde. ?

  • Wenn man alles überdimensioniert, dann muss man nicht rechnen und macht auch keine Fehler, nur gibt man ggf etwas zu viel Geld aus.

    Die meisten Solarregler haben eine maximale Leistung einen maximale Spannung und eine maximalen Strom, die nicht zueinander passen und das ist ein finanzieller Punkt.

    Nehmen wir einen 400W Solargenerator, der 20-100V am Eingang kann und für 12V Anlagen ausgelegt ist. Bei 100V muss der 4A können, aber bei 20V wären 20A nötig.

    Wenn man nun die Schaltregler so auslegt, dass sie 100V bei 20A können, so hätte man keine Einschränkung. Aber diese sind aber teurer als z.B. 100V 10A Schaltregler.

    Wenn man jetzt die 400W Rechnung aufmacht, wird diese erst bei 40V erreicht. Darunter ist eine Leistungsabregelung erforderlich um nicht den Schaltregler zu zerstören.

    Aber braucht man im Wohnmobile wirklich immer die maximale Leistung oder legt man die Anlage nicht so aus, dass sie bei schlechten Bedingungen noch die erforderliche Leistung bringt und bei optimalen Bedingungen (im Frühjahr und Herbst in den Alpen mit sonnenausgerichtetem Schrägparken) eben nicht das maximal mögliche aus den Panels saugt? Ja hier gibt es sicher wieder unterschiedliche Meinungen und vor allem nur Sommerfahrer werden eher nicht das Spätjahr im Hinterkopf haben.

    Im Sommer wirkt der negative Temperaturkoeffizient ungünstig auf die maximale Leistung aus (Spannungsreduktion). Im Winter ist bei orthogonaler Ausrichtung zur Sonne das Maximum an Leistung zu erhalten nur leider ist orthogonal bei Dachmontage nicht erreichbar.

    Man wir die Anlage also immer außerhalb des Maximums betreiben. Aber unter den gegebenen Randbedingungen sollte man das maximal möglich erzielen.

    Beim Auslegen von Solaranlagen muss man sich an eine unumstößliche Regel halten und die ist die maximale Betriebsspannung die der Regler am Eingang verträgt. Die Solarpanel haben in den Datenblättern meist eine Leerlaufspannung und eine Mpp Spannung angegeben. Die Leerlaufspannung bei der kleinsten Temperatur die das Fahrzeug je erreicht (bei optimaler Sonneneinstrahlung) ist der begrenzende Faktor.


    Wie man sieht ist die Spannung und die Leistung sehr temperaturabhängig und der Strom weniger. Die Diagramme sind Prinzipbilder und man kann daraus keine absoluten Werte ermitteln. Ob die Leistung bei einem konkreten Modul wirklich um Faktor 2 sich ändert wenn die Temperatur sich um 100° ändert muss man im jeweiligen Datenblatt nachlesen (wie gesagt Prinzipbild).

    Bis hier war es einfach. Aber was gibt es noch für Randbedingungen, die die erzeugbare Leistung reduzieren?

    Verschattung und Teilverschattung haben einen viel größeren Einfluss auf die maximal erzielbare Leistung wie man sich diese aus dem Flächenverhältnis per Bauchgefühl ausrechnet. Man kann z.B. errechnen, dass bei einen konkreten Anlage bei weniger als 1% Verschattung bereits über 5% Leistungsverlust auftreten. Bei kleinen Anlagen mit ganz wenig Modulen (eher Standard beim Womo) und nur einer Bypassdiode im Modul kann das auch deutlich mehr sein!

    Was passiert bei Verschattung Also nicht einfach weniger Gesamteinstrahlung, sondern einige Module haben maximalen Ertrag und an einem Modul ist ein Teil abgeschattet und liefert weniger Leistung? Der Teil der Zellen die nicht in der Sonne liegen wirken nicht als Generator sondern als Diode im Sperrbetrieb. Damit hier Strom der anderen Module drüber fließen könne müssten diese in Sperrrichtung mit der Durchbruchspannung beaufschlagt werden und dann würde eine gehörige Portion Leistung über den Zellen verbraten werden (Spannung mal Strom). Damit die Spannung nicht so groß werden muss wird über eine gewisse Anzahl von Zellen immer eine Bypassdiode geschaltet über der dann maximal die Durchlassspannung abfällt (kleiner 1V). Der kurzgeschlossene Bereich trägt dann aber eben nichts zur Gesamtleistung bei. Und wenn nur eine Zelle beschattet wird ist immer der ganze Teilbereich der überbrückt wurde ohne Funktion.

    Wenn man nun z.B. 3 Module in Serie schaltet und jedes Modul hat z.B. 2 per Diode überbrückbare Bereiche so kann man sich wieder ein Prinzipbild malen aus dem man die maximal erzeugbare Leistung ersehen kann (auch hier ein Prinzipbild was nicht in einer Anlage gemessen wurde).

    Jeder der je zwei Bereiche der 3 Module tragen im Leerlauf einen Teil der Spannung bei. Ohne Verschattung gilt die ganz rechte Kurve mit ihrem Maximalwert oben rechts.

    Wird eine Teil beschattet und damit eine Diode Leitend, so bricht die Leerlaufspannung um ein Sechstel zusammen. Der MPP Regler erkennt den Leistungseinbruch und reduziert die Spannung. Dabei kommt er an einem lokalen Minimum (A) vorbei und findet hoffentlich das neue Maximum bei noch weiter reduzierter Spannung. Würde eine weiter Diode aufgrund der Verschattung leitend, so würde sich die Spannung nochmal um ein Sechstel reduzieren und der MPP Regler hätte schon zwei lokale Minima (A und B) zu überspringen um das neue nochmal reduzierte Maximum zu finden. Das ganze Spiel kann man solange wiederholen bis die minimale Eingangsspannung des Reglers unterschritten ist, bei der er noch die angeschlossene Batterie laden kann (Step-Down Regler). In obigen Bild wäre das bereits erreicht, wenn 4 Dioden aktiv sind (kann bei einer konkreten Anlage später oder früher sein).

    Ist jetzt viel Theorie aber vielleicht kann der eine oder andere ja seine Schlüsse daraus ziehen. Auf den Punkt Parallelschaltung bin ich hier nicht eingegangen, weil man sich damit meist einen zu kleinen Regelbereich für den MPP Regler einhandelt, der zur zu frühen Leistungseinbuße bei geringer Sonneneinstrahlung führt.

    Gruß Markus

  • Aber braucht man im Wohnmobile wirklich immer die maximale Leistung oder legt man die Anlage nicht so aus, dass sie bei schlechten Bedingungen noch die erforderliche Leistung bringt und bei optimalen Bedingungen (im Frühjahr und Herbst in den Alpen mit sonnenausgerichtetem Schrägparken) eben nicht das maximal mögliche aus den Panels saugt?

    Respekt, coole Erklärung der Zusammenhänge :-)


    Ich hab meine Anlage so ausgelegt, daß mein Strombedarf auch in Skandinavien bei mittelmäßigem Wetter gedeckt wird. Die vollen 600W brauch ich nie.


    Gruss

    Jürgen

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