Bedingt km-mäßig begrenzte Lebensdauer der Regler-Kohlen in modernen 12V-Generatoren kompletten Generatortausch neu gegen alt

  • Hallo Ducato-Freunde


    Ich habe hier z.Z. gerade wegen einem heftigen Betriebsfehler am X 250 Richtung CanBus/Bodycomputer/Motorsteuerung noch einen anderen Thread laufen, wobei diese Störung unter anderem das Aufleuchten von Störungsmelde-Kontrollleuchten während der Fahrt beinhaltete.


    Die erste Störlampe (bevor danach andere folgten), die dabei kam, war zudem die Ladekontrolllampe, die auf einer zunächst noch ansonsten störungsfreien langen Heimfahrt schon mal 4 Stunden am Stück leuchtete, dann wieder auch stundenlang bei Fahrt aus war und das alles wiederholte sich auch so an 2 Folgetagen unter dem Umstand, das während ganzer Fahrt der Generater sowohl die Fiat- wie auch die Aufbaubatterie ständig über 14 V hielt. Der Generator hat also ansonsten fehlerfrei funktionierte dem Anschein nach.


    In dem Zusammenhang wurde wegen dem Aufleuchten der Ladekontrolllampe zunächst auch folgende Arbeiten an dem 12V-Generator angedacht

    - Wechsel des Generator - Reglers

    - bzw alternativ eher Auswechslung des gesamten 12V-Generators.


    Bei der ganzen Betrachtung ist mir folgendes aufgefallen, dass mich überraschte, weil ich schien selbst als jahrzehntelanger Autofahrer in der Sache offenbar nicht mehr wie man so sagt up to date zu sein in folgenden Punkten und ich hoffe, dass die vielen Spezialisten, die es hier hat, mir da zum Verständnis weiter helfen können:


    Zunächst habe ich im Internet bzgl Lebensdauer von Kohlen im heutigen 12V-Generator -Regler NUR ca 120 000 km recherchiert, dann seien sie auswechslungsreif vom Ablaufverschleiß her (auch der Kollektor sei dann eigentlich reif für einen Überprüfung auf Einlaufspuren bzw gleich mit abzudrehen) !?


    Das hat mich etwas verwundert. Man hat früher in jüngeren Jahren auch schon mal Kfz mit teils recht hohen Laufleistungen gefahren, die auch an dem Punkt natürlich pflegebedürftig waren, kurz, man musste natürlich auch mal die Kohlen in der Lima auswechseln. Meist kein großes Ding technisch und vom Arbeitsaufwand. Am Lima-Regler 2 Halteschrauben ab, Regler raus, alte Kohlen raus + neue rein, Regler einsetzen und fest schrauben und fertig. Ich bin jetzt auch nicht kundig, welche Laufleistungen schon früher als Kohlen-Verschleiß-Auswechslungsintervall galten. Nur, heute wird doch viel mehr gefahren wie früher, was sind denn heute schon 120tkm, wenn Motore heute für 350tkm ausgelegt sind.


    Deshalb folgende Frage:

    1. Ist das heute angeratene 120tkm-Kohlenwechselintervall in der Praxis tatsächlich bestätigt notwendig (u.a. habe ich gerade auch ca 128tkm runter und wäre damit auch dran)?


    Oder kann man das mit den 120tkm-Kohlenwechsel so pauschal gar nicht sagen? Hängt es eher vom individuellen Nutzungsgrad ab und soll man eher so lange fahren, bis sich Kohlenverschleiß durch Betriebsstörung beim Laden zeigt? Ist also der Kohlenverschleiß eher von Höhe Generatorstrom abhängig? Ich denke, nur für den betrieblichen Eigenverbrauch benötigen heutige Dieselmotore ohne Licht ca 30 Ampere. Bei unseren Campern kommt dann auf Fahrt noch der ständige Dauerstromverbraucher Kühlschrank mit seinen ca 10 bis 15 A dazu. Viele haben heute wegen dem modernen Generator-Lademanagement in den Campern ja auch Ladebooster, der Generatorstrom in Praxis noch mal erheblich hoch treibt.


    2. Fiat-Chassis haben ja Generatorstärken entweder 110 A normal oder Sonderausstasttung eins 140 A (die meisten, ist bei Klima-Ausstattung glaube ich so immer serienmäßig) oder SA zwei 150 A. Ferner: Die Fiatwerkstatt sagt, Kohlen erneuern wir wenn überhaupt nur noch auf ausdrücklichen Kundenwunsch. Begründung ist, der heutige Generator-Regler für sich alleine koste schon 270 € netto. Ein neuer z.B. 140A-Generator koste mit 10% Materialnachlass bei Fiat ca 540 €. In Relation zum teuren Regler rechne sich der Regler alleine so dann kaum. Und man hätte dann mit dem neuen -Generator an dem auch ein neues Lager und einen neuen Kollektor. Ferner müsse für den Reglertausch ggf. der Zugänglichkeit wegen womöglich auch der Generator ebenfalls ausgebaut und neu wieder rein eingebaut werden. Nur Regler zu erneuern rechne sich also auch von daher nicht, würde schon deswegen nicht mehr gemacht – sprich immer beim Generator-Kohlenverschleiß Generator-Austausch neu gegen alt.

    Ist das so?

    Grüsse

  • Bei den alten Lichtmaschinen ging der gesamte Ladestrom vom Kollektor über die Kohlen zum Regler. Dabei mussten die Kohlen viele Ampere übertragen, daher der hohe Verschleiß. Heute geht nur noch der Erregerstrom über die Kohlen, ich fuhr mehrere Mercedes über 400000 km, da wurden nie die Kohlen gewechselt. Ist heute eigentlich kein Thema mehr.

  • Heute geht nur noch der Erregerstrom über die Kohlen

    Hinzu kommt, dass gerade weil nur noch der Erregerstrom über die Kohlebürsten fließt, keine Kommutatoren mehr eingesetzt werden müssen, sondern nur noch glatte, ununterbrochene Schleifringe. Damit gibt es (fast) kein Bürstenfeuer mehr.


    Und deshalb hängt der Bürstenverschleiß auch kaum noch von der elektrischen Belastung der Lima ab, sondern praktisch nur noch von der Laufleistung.


    MfG

    Gerhard

    Ehemals "Gerhard (mit Eura)"

    Frankia I 680 BD: 854130_5.png

  • danke für die Antworten. Ich habe mir schon so was gedacht, Die 120 000 km-Wechselung habe ich aus dem Wartungsbuch von Etzold der Buchreihe "So wird´s gemacht " zum Ducato bis 2002 - Model. Nur, schon damals gings auch schon nur noch um "Drehstrom" - Generatoren. Warum er da also auf Seiter 253 schreibt;

    Zitat: ...."Die Kohlebürsten des Generators verschleißenrecht langsam; im Schnitt sind sie nach etwa 120 000 km abgenutzt." ...... ist dann wohl etwas seltsam

    Grüsse

  • Warum er da also auf Seiter 253 schreibt;

    Zitat: ...."Die Kohlebürsten des Generators verschleißenrecht langsam; im Schnitt sind sie nach etwa 120 000 km abgenutzt." ...... ist dann wohl etwas seltsam

    Wahrscheinlich hat Fiat die Bürsten - und die Schleifringe - halt auf diese Lebensdauer ausgelegt.


    Und die Argumentation der Werkstatt leuchtet - zumindest aus Werkstattsicht - auch ein: "Alte Lima raus - neue Lima rein" geht halt deutlich schneller als: "Lima raus - Regler abmontieren - Kohlebürsten rauspulen - Zustand der Schleifringe überprüfen - neue Bürsten reinstecken - neuen Regler montieren - alte Lima wieder rein". Und falls die Schleifringe zu sehr abgenudelt sein sollten, muss sowieso die komplette Lima ersetzt werden.


    MfG

    Gerhard

    Ehemals "Gerhard (mit Eura)"

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  • danke für deine Antwort. Ist schon klar. Dennoch in Richtung Obsoleszenz gedacht. Wenn Kohlewechsel früher auch ging, als noch der ganze Gerneratorstrom über Kollektor, Schleifringe und Kohlen ging, das ganz viel komplexer und belasteter war stromflussmäßig, warum geht einfacher Reglertausch heute nicht mehr, für sagen wir 50/70 € - da müssen gleich für Generator (von Fiat statt aus dem Netzt) gleich 550 € her + Einbaukosten !!??

  • Dennoch in Richtung Obsoleszenz gedacht.

    Das mit ziemlicher Sicherheit.


    Wobei ich vermute, dass die ausgebauten Limas in irgendeinem Billiglohnland so weit wie nötig wieder hergerichtet, mit neuen Bürsten versehen werden, und schließlich als Refurbished-Ware wieder auf dem Ersatzteilmarkt landen.


    MfG

    Gerhard

    Ehemals "Gerhard (mit Eura)"

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  • -so weit wie nötig- hat mir gefallen. Refurbished ja kein geschützter Begriff, was es beinhaltet. Die gehen wohl mit einem früher mal mit Reiniger behauchten Lappen drüber, so sieht der dann aus 1 m Entfernung, näher kommt da ja eingebaut kein Kunde dran, wie neu und Neupreis so berechtigt aus vom Anschein. Wenn dann noch neue Kohlen drin sind, ist Geschäft schön rund gewesen mit Generator- statt Kohlentausch.

    Grüsse

  • Bei den alten Lichtmaschinen ging der gesamte Ladestrom vom Kollektor über die Kohlen zum Regler. Dabei mussten die Kohlen viele Ampere übertragen, daher der hohe Verschleiß. Heute geht nur noch der Erregerstrom über die Kohlen, ich fuhr mehrere Mercedes über 400000 km, da wurden nie die Kohlen gewechselt. Ist heute eigentlich kein Thema mehr.

    Hallo Kal,


    das trifft aber nur für die alten Gleichstrom Lichtmaschinen zu. Seit den Drehstromgeneratoren geht nur der Erregerstrom bzw. der Steuerstrom über die Kohlebürsten, der Strom für Batterie und Verbraucher wird in der Ständerwicklung produziert. Wenn Du mal einen Drehstromgenerator auf machst wirst Du feststellen, das die Ständerwicklung nur 3 Anschlüsse hat, welche über Leistungsdioden mit dem B+ Anschluß verbunden sind.


    Und was die 120.000 Km angeht, bei uns in der Werkstatt wurden sogut wie keine Lichtmaschinen erneuert, egal, was für ein Fahrzeug. Und wenn, waren es andere Fehler, aber keine verschlissenen Kohlebürsten.


    Viele Grüße

    Jörg