Starter Batterie Tausch LIfepo4 Frage Kapazität

  • Hallo Liebe Gemeinde,


    die Starterbatterie an unserem Womo ist fertig und muss ersetzt werden. Wir wollen eine LIFEPO4 einbauen. Ist zwar Preislich total beklopft aber wir wollen Gewicht raus haben, gerade auf der Vorderachse da bittet sich auch diese Maßnahme an.

    Nun die Frage:

    Wir haben einen Ducato BJ 2003 mit 2,8jtd mit 80Ah Bleibatterie als Starterbatterie. Wie groß sollte eurer Erfahrung nach die Tauschbatterie sein.

    LT einiger Hersteller ersetzt eine 40Ah Lifepo4 eine 80 ah Blei, Kann das wirklich gehen?

    Hat da jemand Erfahrungen wie groß es wirklich sein muss damit die Kiste immer anspringt?

    Außer Anlasser, Motor und Radio während der Fahrt hängen da keine weiterem Verbraucher dran.


    Ich hoffe das ihr mir helfen könnt, die Stichwortsuche hier brachte mich eben nicht wirklich weiter.


    Ich Danke euch im Voraus für euren Rat. ;-)


    Mike

  • Hallo Mike,


    die Angaben mit der Hersteller sind gar nicht so falsch. Aber die reine Kapazitätsangabe nützt Dir nicht so viel.


    Ich hatte bei meinem vorherigen WoMo das Problem, dass sich über den Winter die Starterbatterie entladen hat und ich unter Umständen nicht mehr starten konnte.

    Ich habe mir dann beim Aldi eine sogenannte Powerbank geholt. Li-Akku (Achtung keine LiFePo4) mit 15 Ah Kapazität. Entladestrom 250/500A - das sind alles Angaben aus der Bedienungsanleitung, nicht von mir überprüft. Ich habe mit Hilfe dieser Powerbank einen Ducato 244, 2.0 JTD bei leerer Starterbatterie (die konnte noch nicht mal mehr den Anlasser drehen) das Fahrzeug ohne Probleme beim ersten Versuch starten können.


    Nun ist das für Dich keine ausreichende Antwort oder Alternative. Ich möchte damit nur sagen, es kommt nicht unbedingt auf die Kapazität an sondern viel mehr auf den möglichen Entladestrom den der Akku liefern kann und wie lange.

    Und eine Lithium-Akku geht als Starterbatterie auch nicht, Lithium-Akkus haben die Eigenschaft bei Minus Graden sich zu verabschieden - sprich sie gehen kaputt.

    Das ist bei LiFePo4 oder LiFeYPo4 Akkus nicht der Fall, diese vertragen auch Minus Temperaturen, nur mit dem Laden ist das bei Minus Graden eine Sache für sich.

    LiFePo4 eigentlich nicht, LiFeYPo4 ja bis zu gewissen Temperaturen.

    Es gibt im Internet einige Seiten wo über über LiFePO4 Starter Akku Infos gibt, z.B. hier:

    https://www.i-tecc.de/shop/lif…tterien/starterbatterien/ oder https://liteblox.de/fragen-zum…ifepo4-batterien-im-auto/


    Im Internet findest Du sicher noch weitere Informationen. Ich selbst habe noch keine LIFePO Starterbatterie. Ich beschäftige mich zur Zeit mit dem Selbstbau eines LiFePo4 Akkus für die Wohnraumversorgung. Viel Erfolg bei Deinem Vorhaben.

    Freundliche Grüße, Harald

    (Alles in Ordnung, deshalb all_clear)

  • Hallo Mike,


    auf meiner Starterbatterie steht unter anderem Kaltstartstrom 800 A.

    Das ist also eine komplett andere Anforderung als bei einer Versorgungsbatterie.

    Die Batterie Deiner Wahl sollte also explizit als geeignet als Starterbatterie deklariert sein.


    Herzliche Grüße

    Uwe

  • Hallo Zitrox.

    Du hast recht, die Idee ist bekloppt.

    Erstens unnötig teuer und Zweitens fehlt das Gewicht auf der Vorderachse.

    Und gerade bei Fronttrieblern kann man davon VORNE nicht genug haben. Jedes fehlende Kilo erhöht den Reifenabrieb mangels Traktion.

    "Soziale Netzwerke sind eine Kombination aus Denkfaulheit, Rechtschreibschwäche und Internetanschluss..." Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig

  • Lithium-Akkus haben die Eigenschaft bei Minus Graden sich zu verabschieden - sprich sie gehen kaputt.

    Das ist falsch. Sie gehen nicht kaputt. Es steigt nur der Innenwiderstand deutlich an, so dass sie kaum noch Strom abgeben können. Der Innenwiderstand sinkt aber wieder ab, sobald die Temperatur wieder steigt. Erst bei Temperaturen unter etwa -25°C können bei normalen Li-Ionenakkus Schäden auftreten.


    Aber tatsächlich dürfte die Stromabgabe bei niedrigen Temperaturen der begrenzende Faktor für den Einsatz von Li-Ionenakkus, egal mit welcher Elektrodentechnologie, sein.


    MfG

    Gerhard

    Ehemals "Gerhard (mit Eura)"

    Frankia I 680 BD: 854130_5.png

  • Hallo Gerhard,


    so ganz falsch ist meine Aussage aber nicht.

    Ich habe hierbei von Lithium-Akkus gesprochen, nicht von LiFe(Y)Po4 Akkus - da sieht es etwas anders aus.

    Lithium-Akkus gehen zwar nicht sofort bei -1ºC kaputt, aber ihre Lebensdauer wird beim tiefen Temperaturen erheblich verkürzt, gilt aber auch bei zu hohen Temperaturen.

    So werden bei manchen Lithium-Akkus Frostschutzmittel dem Elektrolyten beigemischt, was und in welcher Menge oder Form ist Betriebsgeheimnis, nur als Beispiel.

    Wann genau ein Fehler dann auftritt, kann nur der Hersteller sagen. Da jeder Hersteller ein Geheimnis aus der Zusammensetzung und den Beimischungen von Elementen macht, kann man wohl keine generelle und genaue Temperatur angeben - nur ein Hersteller kann das.


    Also am besten genau ins Datenblatt des zu verwendeten Akkus schauen und man ist (vielleicht) auf der sicheren Seite.

    Freundliche Grüße, Harald

    (Alles in Ordnung, deshalb all_clear)

  • Ich habe hierbei von Lithium-Akkus gesprochen, nicht von LiFe(Y)Po4 Akkus

    Ich auch!


    Und es mag auch durchaus sein, dass die Lebensdauer verkürzt wird, wenn man die Akkus bei zu tiefen Temperaturen lädt. Aber Entladen und erst recht natürlich reines Lagern macht ihnen nichts aus.


    MfG

    Gerhard

    Ehemals "Gerhard (mit Eura)"

    Frankia I 680 BD: 854130_5.png

  • Hallo Mike,

    ich leite Dich mal auf die Seite des Wohnmobilforums (https://www.wohnmobilforum.de/lifeypo4-und-lifepo4-f125.html). Dort habe ich viel über LiFePo4 (mit und ohne Y) gelernt. Aber noch lange nicht alles verstanden....

    Nur so viel: Der LiFePo4-Akku ist ein Sensibelchen. Um Ihn 1:1 mit einer Blei-Batterie tauschen zu können, benötigen die Zellen ein Batteriemanagementsystem (BMS). Bei vielen Herstellern ist das bereits verbaut.

    Aber ganau hier beginnt dein Problem beim Einsatz als Starterbatterie. Der LiFePo4-Akku hasst meines Wissens Laden bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und darunter. Daher verhindert das BMS das Laden bei tiefen Temperaturen. Genau hier beginnt eines Deiner Probleme: selbst wenn Du einen Akku fändest, der Dir die benötigte Stromstärke für den Anlasser liefert, startest Du im Winter, läd die Lichtmaschine den Akku nicht, denn das wird vom BMS sinnvollerweise verhindert (Ich gehe davon aus, dass Deine Starterbatterie im Motorraum platziert ist).

    Für die Nutzung als Bordbatterie sieht die Sache ganz anders aus. Seit November nutze ich einen 150Ah Akku (anstelle 120Ah Blei). Selbst im Winter mit nahezu null Solareintrag kann sich meine Frau über Wechselrichter ausgiebig die Haare fönen. Aber das ist ein anderes Thema....


    Grüße

  • Hallo,


    Gerhard - ich glaube wir haben ähnliches Wissen, beschreiben es nur unterschiedlich oder ziehen unterschiedliche Schlüsse. Ich kann Deiner Argumentation aber durchaus folgen, bin selbst aber etwas vorsichtiger bei meinen Handeln und Aussagen.


    @all: Aus dem Forum welches Trifoglio empfohlen hat, bekommt man tatsächlich eine Menge Informationen zum Thema LiFe(Y)Po4.

    Aber überwiegend handelt es sich dabei im Ersatz der Bordbatterien und wie an verschiedenen Stellen bereits geschrieben unterscheiden sich Bord- und Startbatterien.

    Das ist bei den LiFey(Y)Po4 nicht anders als bei GEL, AGM oder Blei-Säure, auch hier wird nach Einsatzzweck gefragt und der entsprechende ausgewählt.


    Und es gibt aber durchaus LIFe(Y)Po4 Starterbatterien als Ersatz für eine "normale" Starterbatterie. Und diese können auch bei tieferen Temperaturen genutzt werden, richtig problematisch wird es wohl nur in Polarregionen, aber auch dafür gibt es - sagen wir mal Speziallösungen. Es gibt aber LiFePo4 Starterbatterien mit einem erweiterten Temperaturbereich - also auch bei Minusgraden nutzbar, siehe Link:

    https://www.i-tecc.de/shop/lif…60ah?number=5000672.1&c=6

    (Dies ist übrigens eine Lithium-Eisen-Yttrium-Phosphat (LiFeYPo4) Batterie)


    Hier mal ein Link zum Thema Temperaturbereiche für Lithium Ionen Akkus bei Wikipedia:

    https://de.wikipedia.org/wiki/…-_und_Umgebungstemperatur


    hier ein Link zum Thema Starterbatterie (ich habe keine Verbindung zu der Firma, hab ich nur bei meinen Recherchen gefunden):

    https://liteblox.de/fragen-zum…ifepo4-batterien-im-auto/


    Wenn eine Starterbatterie ersetzt werden soll, bitte auch einen LiFe(Y)Po4 Starterakku suchen und einsetzen, mit einer LIFe(Y)Po4 Wohnraumbatterie wird man sonst wohl Schiffbruch erleiden.

    Freundliche Grüße, Harald

    (Alles in Ordnung, deshalb all_clear)

  • Nur so viel: Der LiFePo4-Akku ist ein Sensibelchen.

    Das ist völlig richtig und gilt nicht nur für LiFePO4-Akkus, sondern für alle Akkus auf Lithium-Ionen-Basis. Deshalb muss ein Li-Ion-Akku immer mit einem zum Typ passenden Batteriemanagementsystem betrieben werden. Andernfalls wird das ein sehr kurzes und teures Vergnügen. Ob dieses BMS nun in den Akku eingebaut ist oder in ein separates Gehäuse, spielt keine Rolle.


    Tatsache ist aber auch: Weder Entladung noch Lagerung bei Minustemperaturen, zumindest solange die Temperatur nicht unter -25°C geht, schadet dem Akku in irgendeiner Weise. Ladung bei Minusgraden ist eine andere Sache!


    MfG

    Gerhard

    Ehemals "Gerhard (mit Eura)"

    Frankia I 680 BD: 854130_5.png

  • Zitat

    Tatsache ist aber auch: Weder Entladung noch Lagerung bei Minustemperaturen, zumindest solange die Temperatur nicht unter -25°C geht, schadet dem Akku in irgendeiner Weise. Ladung bei Minusgraden ist eine andere Sache!

    Auf den Punkt gebracht!


    Das mit dem "Sensibelchen" ist so eine Sache, sie reagieren auf einige Umstände schon etwas heftiger, aber mit einem richtigen BMS (inch. Balancern) hält sich das in Grenzen.

    Aber gilt das nicht auch für andere Akkus z.B. Gel, AGM und Blei-Säure wenn sie außerhalb der vorgeschriebenen Spezifikationen betrieben oder genutzt werden?


    LIFe(Y)Po4 Akkus haben Vorteile:

    • Wartungsfrei
    • hohe Energiedichte
    • nahezu gesamte Kapazität nutzbar (ca. 90-95%)
    • während der Nutzung durchgehend gleiche Spannung
    • geringere Abmessungen und geringeres Gewicht
    • lange Lebensdauer (hohe Zyklenzahl)
    • nicht brennbar (im Gegensatz zu Li-Ion Akkus)
    • sehr geringe Selbstentladung

    Aber auch Nachteile:

    • Anschaffungspreis gegenüber anderen Akkus
    • unter Umständen Änderung der Ladetechnik notwendig
    • BMS und Balancer zu empfehlen (wird teilweise von den Zellenherstellern vorgeschrieben)

    Ich glaube ich habe die wichtigsten Punkt aufgeführt, aber natürlich kein Garantie auf Vollständigkeit.

    Wie dem auch sei, jeder muss für sich selbst eine Entscheidung treffen.

    Freundliche Grüße, Harald

    (Alles in Ordnung, deshalb all_clear)

  • Hallo Liebe Gemeinde,


    die Starterbatterie an unserem Womo ist fertig und muss ersetzt werden. Wir wollen eine LIFEPO4 einbauen. Ist zwar Preislich total beklopft aber wir wollen Gewicht raus haben, gerade auf der Vorderachse da bittet sich auch diese Maßnahme an.

    Hallo Mike,

    wenn ich dich richtig verstehe willst du auf biegen und brechen auf der Vorderachse Gewicht einsparen.

    Kosten spielen dafür keine Rolle.

    Ich vermute das auf Fahrer- und Beifahrersitz nicht gerade Leichtgewichte sitzen.

    Ist es da nicht viel besser anzusetzen? :)

    Viele Grüße vom Niederrhein. :wink

    Rolf

  • Soll das witzig sein? Für solche Posts gibt es geeignetere Plattformen....

    Hallo Trifoglio,

    es sollte auf jeden Fall nicht unfreundlich sein.

    Aber der Hauptgrund, so interpretiere ich den TE sollte sein, Gewicht einzusparen.

    Sollte ich den Mike damit beleidigt haben, so entschuldige ich mich in aller Form. :prost

    Viele Grüße vom Niederrhein. :wink

    Rolf

  • Hallo Mike,

    wenn ich dich richtig verstehe willst du auf biegen und brechen auf der Vorderachse Gewicht einsparen.

    Kosten spielen dafür keine Rolle.

    Ich vermute das auf Fahrer- und Beifahrersitz nicht gerade Leichtgewichte sitzen.

    Ist es da nicht viel besser anzusetzen? :)

    Hallo DickesHemd,

    Liebe Gemeinde.


    Nein wir sind eher schlank aber unser großer ist im Leergewicht schon recht schwer und trotz Auflastung sind die Reserven vorn sehr mau.

    Nach einem Reifenplatzer vor 2 Jahren sind wir einfach vorsichtiger und schauen auch aufs Gewicht genauer.

    Außerdem fährt es sich einfach schöner wenn der Große leichter ist haben wir gemerkt.

    Deshalb und weil eben die Speicher fertig sind ist da eine ersparnis von 20 bis 30 kg bei gleichzeitig mehr Energie an Bord extrem Reizfoll.

    Die Kosten sind natürlich nicht egal, aber wenn die Teile lange halten und mehr Energie haben könnte das die Mehrkosten erträglich machen.


    Danke für einige eure Tips, es hilft uns bei der Entscheidung wirklich weiter. 👍

  • Hallo Trifoglio,

    es sollte auf jeden Fall nicht unfreundlich sein.

    Aber der Hauptgrund, so interpretiere ich den TE sollte sein, Gewicht einzusparen.

    Sollte ich den Mike damit beleidigt haben, so entschuldige ich mich in aller Form. :prost

    Also ich habe das nicht als Beleidigung sondern eher als Hinweis zur Gewichtsreduzierung verstanden, aber da sind die Reserven bei meiner Frau und mir fast ausgespielt und bisschen darf schon dran sein😂. Wer will schon "Knüppel dürr" sein.😁

  • Meine unbedeutende Meinung zum Batteriebetrieb im Mobil ist die: Alle Systeme sollten so einfach wie möglich gehalten werden. Jedes System hat irgendwann einmal eine Störung- Die "Bei mir nicht Fraktion" einmal ausgenommen.

    Wenn ich mir meine Starter-Batterie anschaue ist die mindestens 12 Jahre drin(Damals habe ich das Mobil gekauft). Klar, sie hat ihr Gewicht, aber 12 sorgenfreie Jahre sollten schon ein Argument sein. Da halte ich es für gescheiter, an unwichtigeren Dingen Gewicht zu sparen als an einer Batterie, die 1. sauteuer ist; 2. Schon bei der technischen Bezeichnung so viele für den Laien verwirrende Bezeichnungen aufweist; 3. keine gesicherten Erfahrungswerte vorliegen.

    Horrorvorstellung: Batterieschaden in der Pampa, Batteriekennzahlen sind bekannt, der Händler meint, wenn da statt x ein Y steht muss die Batterie auch gehen, macht sie auch aber vielleicht nur 1x. Nicht auszudenken was das für Stressgibt.

    Muss man sich das antuen? Ich meine nein! Verändere nie ein wirklich funktionierendes System, wenn du im Störfall auf dich selbst angewiesen bist.

    Al