Funktionsweise Bremskraft-Regler Hinterachse (280)

  • Hallo zusammen,


    habe mal eine Frage zur Funktionsweise des Bremskraftregler an der Hinterachse,


    wenn ich das richtig sehe, wird der Kolben vom Bremskraftregler durch den Bremsdruck gegen eine Feder rausgedrückt und
    durch die Steuerstange im Anschlag begrenzt ... d.h. um so mehr Beladen um so geringer wird dieser herausgedrückt .
    Je nach dem wie weit der Kolben rausgedrückt wird, regelt dieser Kolben die Bremsleitung der HA ab ...


    liege ich da richtig ?

  • Habe einige Stunden damit verbracht nach Infos zum Bremskraftregler zu finden ...


    ein Bremskraftregler ist wenn man es genau nimmt ein Bremsdruckbegrenzer mit variablen Abriegel-Druck ...


    Bei vielen anderen Marken wird der erhöhter Gegendruck bei Beladung durch eine externe Zugfeder realisiert,
    Fiat hat eine solche Feder nicht, ich nehme an, das die lange Steuerstange diese Feder-Funktion übernimmt ?!

  • Das sind ja tolle zahlen und in der Theorie klingt das ja auch ganz nett, aber wenn ihr unterm Womo liegt???


    Das ist doch ein Scherz, oder?
    Selbst die TÜV Leute kennen die theoretischen Formeln aber prüfen kann selbst von denen das keiner.
    Der Fehler ist je fester die bremse getreten wird umso höher wird der Bremsdruck hinten. Also bei der blockiergrenze der Vorderachse muss hinten der bestimmte Bremsdruck anliegen... Bei Regen oder trockener Straße? Neues oder altes profil???
    Schraub das ding so wie der alte auch war und gut. Mehr geht nicht....

  • Sollte eine Luftfeder verbaut sein .... :D


    Bei den Goldschmitt Zusatzluftfedern ist ein extralanges Verbindungsstück zum Austauschen dabei.
    Beim Bremsentest auf dem Rollenprüfstand ist zu beobachten, dass ja während des Testbremsens der Wagen niedergeht. D.h. der Regler geht Richtung Vollbelastung und gibt dadurch mehr Bremsdruck frei. Ausserdem fährt man meistens unbeladen zum TÜV. Wenn die Bremskraft dann passt, umsomehr bei beladenem Fahrzeug.


    lg Helmut

  • Der Regler soll die Bremskraft der Hinterachse dem Beladungszustand anpassen, weiter nichts.
    Wenn man z.B. nach Einbau von Luftbälgen prüfen will, ob die Bremskraftanpassung nach Einbau des Verlängerungsblechs der Ventilbetätigung noch arbeitet, fährt man einmal unbeladen und einmal mit voller Beladung mit der Hinterachse auf den Bremsenprüfstand. Genau betrachtet ist das aber relativ uninteressant, die paar Kilo Urlaubszuladung sind im Verhältnis zum normal gefahrenen Gewichtsanteil des Aufbaus auf der Hinterachse zu gering. Ich bekomme mit Fahrer, 100 kg Wasser, 65 kg Diesel, Gasflaschen usw. kaum mehr als 300 kg zusammen, und das verteilt auf beide Achsen.

  • Update ...


    habe heute einen neuen Bremskraftregler eingebaut und das Gestänge auf 4 Kg vorgespannt und mit der Achse über das Verstell-Glied verbunden ...


    Um die Einstellungen zu testen habe ich auf einen großen unbenutzten Parkplatz Bremsproben gemacht,
    die Vorspannung habe ich dann so lange zurück genommen bis die Hinterachse nicht mehr blockiert ...


    Danach bin ich zur Dekra um die Bremsen Abschließend noch mal prüfen zu lassen ...
    Vorn etwas über 400 und hinter ca. 350 ... alles im grünen Bereich :D



  • So grün find ich das nicht. Wenn du vorne 400 hast ist hinten 350 zu viel. Es sollen rund 70% auf der Vorderachse und nur 30% auf der Hinterachse sein. Stell dir vor du nimmst eine Autobahnausfahrt zu spät, warum auch immer, und kommst erst in der langen Kurve zum Bremsen. Wenn du dann hinten soviel Bremswirkung hast kann in der Kurve deine Hinterachse Blockieren .


    Und ob du dann in der Lage bist so ein Teil das sich Quer stellt wieder zu fangen ist Fraglich.
    Wundert mich auch das der TÜV da nichts zu gesagt hat.
    Ich würde hinten auf max 200 Einstellen. Da bist du immer noch auf 50% aber das Risiko das die Hinterachse Blockiert würde ich vermeiden.

  • Zitat

    Und ob du dann in der Lage bist so ein Teil das sich Quer stellt wieder zu fangen ist Fraglich.


    Wundert mich auch das der TÜV da nichts zu gesagt hat.


    Ich würde hinten auf max 200 Einstellen. Da bist du immer noch auf 50%
    aber das Risiko das die Hinterachse Blockiert würde ich vermeiden.

    Beim starken bremsen geht das Hinterteil hoch und regelt den Bremsdruck für die HA ab ...
    Auf dem Rollen-Bremsprüfstand geht das Hinterteil durch die Achsschenkel der AlKo-Achse aber gut 5 cm runter, da mach der Bremskraft-Regler voll auf ...

  • Feuerring , was hast du für ein Auto ?
    Ob das hinten runter oder vermeintlich rauf geht , bei jedem Bremsvorgang werden die Vorderräder belastet und die Hinterräder entlastet egal ob LKW , PKW oder Mot . Typisches Beispiel ist der Bremsvorgang bei einem Motorrad,und weshalb sich soviele Motorradfahrer auf das Mett legen . Weil sie hinten zuviel bremsen .- Nun fang nicht mit ABS an.
    Beim Anfahren umgekehrt , deshalb rutschen auch die Räder durch . wenn genügend Leistung aufgebracht wird .
    Deshalb, und nur deshalb haben Kraftfahrzeuge einen Bremskraftbegrenzer an der Hinterachse . Damit die Hinterachse nicht blockiert , während auf der belasteten Vorderachse
    die Bremskraft noch nicht ausreicht.
    Bei deiner laienhaften Einstellung des Begrenzers kann dir die Kiste hinten schnell überbremst werden .
    Bagdasi hat schon recht , mit diesen Dingen sollte man keinen Spaß treiben .
    Aber natürlich weißt du das wieder besser .
    Giovanni.

  • Zitat

    Ob das hinten runter oder vermeintlich rauf geht ...

    hat hinten einen erheblichen Einfluss auf den Bremskraftregler , der ist über einen Hebel mit der HA verbunden ...

    Zitat

    .. bei jedem Bremsvorgang werden die Vorderräder belastet und die Hinterräder entlastet egal ob LKW , PKW oder Mot .

    Eben ... Fahrzeug geht vorn in die Knie und hinten hoch, da die Masse der Fahrzeug über den Drehpunkt der Vorderräder nach vorn schiebt ...


    Auf den Rollen-Bremsprüfstand steht das Fahrzeug und wird über die Vorderräder festgehalten, durch den Bremsvorgang zieht sich das Fahrzeug hinten runter ...


    Werde die gemachten Einstellung bei nasser Fahrbahn auf einen ungenutzten Parkplatz noch mal überprüfen, blockierende Hinterräder möchte ich natürlich nicht haben.


    Zitat

    und nur deshalb haben Kraftfahrzeuge einen Bremskraftbegrenzer an der Hinterachse

    deswegen hat der Ducato auch einen Bremskraftregler und nicht nur einen Bremskraftbegrenzer wie bei kleinen PKWs ...


    Bremskraftbegrenzer = regelt statisch ab einen vorgegebenen Bremsdruck ab
    Bremskraftregler = regelt den Bremsdruck abhängig von der HA-Lage ab


    sorry aber das muste jetzt sein ... "Aber natürlich weißt du das wieder besser" _baeh


  • Feuerring , glaubst du, ich würde mit einem Bastler diskutieren , der auseinanderbaut und hinterher fragt , was nun zu tun ist ?
    Ich kenne eine Reihe von Leuten die immer eine handvoll Schrauben über haben , wenn sie mit der Arbeit fertig sind .
    Diese nennt man Bastler . Für die gibt es fachlich geleitete Werkstätten und das zurecht , denn an Bremsen fummelt man nicht rum , schon um seine Mitmenschen nicht zu gefährden .
    Giovanni.

  • Zitat

    ... der auseinanderbaut und hinterher fragt , was nun zu tun ist ?

    Diesen Beitrag habe ich eingestellt, bevor ich den Bremskraft-Regler gewechselt habe ...

    Zitat

    Ich kenne eine Reihe von Leuten die immer eine handvoll Schrauben über haben , wenn sie mit der Arbeit fertig sind . Diese nennt man Bastler .

    Habe nur Schrauben über, die ich auch ersetzt habe ... ;)


    Habe aber auch keine Lust mich hier zu Streiten, lassen wir es dabei :prost

  • Hallo Ralf,


    hast alles Richtig gemacht und kennst den Unterschied zwischen Regler und Begrenzer. :thumbsup:


    UND: die 350 auf der HA brauchst Du, denn die Summe alle Betriebsremskräfte in daN muss 50% des ZGG ergeben. :klatsch


    Gruß


    Klaus

  • Die Diskussion dreht sich um den falschen Punkt.
    Der Bremskraftregler soll bewirken, dass die Beladung, also Last auf der Hinterachse, anteilig bei der Verteilung der Bremskräfte berücksichtigt wird. Zweckmäßigerweise misst man also die Bremskraftverteilung leer und mit der maximal denkbaren Urlaubsbeladung, um für beide Bremswerte auf der sicheren Seite zu sein. Das Argument, das Fahrzeug würde sich auf dem Prüfstand beim Bremsen herunterziehen, ist ebenfalls nicht richtig nachgedacht, der Aufbau kommt dabei ebenfalls mit herunter . Das Stellblech regelt die Bremsleistung über die Positionsdifferenz zwischen Achse und Rahmen, daher ist es ohne Belang, ob sich das Fahrzeug absenkt oder nicht. Um die richtigen Einstellwerte zu bekommen, fragt man wahrscheinlich besser beim Wohnmobilhersteller als beim Fahrzeughersteller an. Analog zu den Reifendruckempfehlungen, die man nicht tumb aus Reifendrucktabellen o.ä. entnimmt, sondern die Vorschrift des Womo-Herstellers befolgt. Anderenfalls kann man sich im Ernstfall sowohl mit frei erfundener Bremseinstellung als auch mit unvorschriftsmäßigem Reifendruck versicherungstechnisch einem ruinösen Debakel gegenübersehen.

  • Hallo Dukie

    Das verstehe ich jetzt nicht :S ... Bei meinem Fahrzeug ist der Rahmen und der Aufbau verbunden ...


    Er meint wahrscheinlich, dass die Antriebsrollen des Prüfstandes etwas tiefer liegen als der Werkstattboden. So habe ich es aber nicht gemeint. Sondern beim Testbremsen federt der Wagen etwas ein, also durchaus für den Bremskraftregler relevant.


    lg Helmut

  • Ich habe mal eine Zeichnung gemacht, damit wir nicht aneinander vorbeireden ...



    Die Feder im Bremskraftregler hat die Aufgabe den Kolben zurückzustellen und hat nur einen geringen Gegendruck.
    Wird der Kolben herausgedrückt wird der Ausgang abgeriegelt, der Kolbenweg beträgt nur 2-3 mm.


    Das Gestänge wirkt auf diesen Kolben und über dessen Federwirkung wird der Abregel-Druck definiert und somit vorgegeben.