Vollabnahme §21: Festellbremse einseitig, Öl unter mechanischer Dieselpumpe, 280/290 Ducato UPS Aufbau

  • Liebe Gemeinde,

    nachdem ich für meinen Wagen falsche Papiere beim Kauf bekommen habe, steht jetzt etwas verfrüht die Fahrt Zur DEKRA an, diesmal "leider" die Vollabnahme.

    Ich war dazu heute mal auf dem Bremsenprüfstand. Vorne alles gut, hinten alles gut wenn auc nicht berauschend, ABER; die Festellbremse! Eine Seite hatte einen Wert um die 45, die andere um die 105. Also sowohl zu schwach (200 mindestens?) als auch über den erlaubten 50% :(

    Wie kann das sein, dass beim Betätigen der Fussbremse die Werte so gleich (gut) sind und bei der Handbremse so verschieden und fast wirkunglos? Sollte ich mit der Fehlersuche beim Handbremsseil anfangen? Dieses habe ich zuvor gelöst, wieder nachgestellt, die Bremse mehrmals betätigt und auch kurz mal in höherer Schrittgeschwindigkeit schleifen lassen ... das Eil schien (von aussen) gangbar ... Ich konnte auf dem Prüfstand auch noch mal die Einstellschraube nachziehen, hat keinerlei Wirkung gehabt. Sitzt da irgendwas fest? Der Zylinder scheint ja gängig zu sein sonst würde die Fussbremse auch nichts machen - ausserdem hat der Hebel damit ja erstmal nichts zu tun.

    Am Ende hat das Nachziehen jeglich bewirkt, dass meine Bremse die letzten 5km etwas geschliffen hat (vermutlich rechts?).


    Also; wie vorgehen? Handbremse lösen, Einstellrädchen in Trommel drehen bis Backen an Trommel, ein paar Zähne zurück (bis leichtes Schleifen erreicht ist), Handbremse nachstellen? Nochmal versuchen? Gibt es enen Test ohne Bremsenprüftand (ausser die Vollbremsung auf dem Sandweg)?

    Ich habe Freitag den Termin bei der DEKRA, sollte ich da durch fallen muss ich mir die "Erlaubnis" zur Abnahme nach §21 wieder bei der Zulassungsstelle besorgen und habe dazu dann immer noch keine legale Betriebserlaubnis bzw. Papiere. Daher hoffe ich (erstmal) nicht die gesamte Bremsalnage erneurn zu müssen (auch schon weil das Warten auf Ersatzteile zu knapp wird).


    Ich habe hierzu diese Anelitung im Forum gefunden, kann ich mir das in etwa so auch beim 280/290 vorstellen?

    https://www.ducatoforum.de/for…andbremse-einstellen-pdf/


    Weitere Problem; Öl am Motor (unschwer auch ohne Prüfer zu erkennen). Nachdem ich Ventildeckel, die Simmerringe, Ölwannendichtung erneuert und die mechanische Dieselpumpe ausgetauscht habe etc. drückt es mir Öl irgendwo unterhalb der mechanischen Pumpe raus. Da sietzt so ein Zwischenstück. Weiss wer zu was das gut ist? Gibt es da eine Dichtung für?

    Vielleicht kann man es auf dem Bild erkenne. Die Dichtung am Flansch der Dieselpumpe sollte dicht sein - sah eher aus als hätte der Fahrtwind das Öl dort hoch geblasen.

    Vielleicht kennt ja auch wer hier dieses Problem / diese Probleme?


    Über Hilfe bin ich dankbar und hoffe dass ich meinen Ducato endlich legal fahren kann (auch wenn ich das jetzt eine gute Weile in dem Glaben getan habe dass ich es tue ... oder so ... :wink


    Hier noch das Bild vom Ölgeschmiere


    P.S.: Auf dem Bild sieht man auch dass der Zahnriemen an der STelle versetzt läuft - stresst mich immer wenn ich es sehe, falls da noch jemand ne Idee hat nur her mit der Info ;) ( habe da auch schon einen Beitrag zu geschrieben)


  • Ichs machs mal in Kurzform


    Die Bremszylinder der hinteren Trommelbremse werden hydraulisch mit der vorderen Scheibenbremse betätigt , läuft also bei dir:)

    Die Festellbremse rein mechanisch ohne das die Bremszyl. da mit Arbeiten müßen, aber das weißt bestimmt

    Bremsseil komplett entspannen am besten an der hinteren Verbindung dort wo die kurzen Seile abzweigen abschrauben

    die automatische Hamdbremsverstellung sprich das Zahnrädchen soweit rausdrehen und immer wieder die Bremstrommel draufsetzen bis kurz vorm schleifen

    Hab auch 2 TÜV Versuche gebraucht:wink

    Und mit dem Öl an der Dieselpumpe, mach sauber mit Bremsenreiniger und kümmer dich nach der gelungenen TÜV darum


    Gruß

  • Hallo,

    wie ja schon beschrieben, die Handbremse / Feststellbremse arbeitet rein mechanisch. Wenn so ein großer Unterschied zwischen rechts und links (und der gesamten Wirkung ist) solltest du zuerst mal schauen, was auf den beiden Seiten unterschiedlich ist. Die Rädchen wie schon beschrieben sind eine Sache, was ich aber auch schon öfter in früheren Jahren gehabt habe ist die Tatsache, dass sich Seile im Laufe der Zeit gelängt haben zwischen rechter und linker Seite. Oder auch, dass irgendwelche Umlenkrollen falls vorhanden einfach zu schwergängig waren (Ford Fiesta war das fast ab Werk so, Neuwagen bei Auslieferungsinspektion auf den Prüfstand und Handbremse wäre nicht durch den TÜV gekommen)


    Gruß

    Frank

  • Hallo,


    hast du die Trommeln schon mal demontiert?


    Wenn das so ein Aufwand ist die §21 Abnahme zu machen würde ich die Trommel runter machen und mir die Bremse mal genau ansehen.


    Also ich meine natürlich die Bremse zerlegen und sauber machen, evtl. ist der Hebel für die Handbremse an der Backe fest oder wie bei mir der Fall war, dass der Nachsteller defekt war und hat sich wieder selbstständig zurück gedreht, da hatte ich ebenfalls auf einer Seite keine Wirkung.

    Da kannst du auch gleich prüfen ob die Seile leichtgängig sind und auch mal die Gummimanschetten vom Radbremszylinder vorsichtig mit einen kleinen Schraubenzieher anheben und prüfen ob sie darunter dicht sind.

    Wenn du alles sauber gemacht und neu eingefettet hast (die Anlageflächen und Gelenke natürlich) alles wieder zusammenbauen und die Grundeinstellung am Nachsteller durchführen.

    Ich baue alles zusammen inkl. Trommel und drehe mit einen kleinen Schraubenzieher durch den Löchern der Radbolzen den Nachsteller fest bis ich die Trommel nicht mehr drehen kann und drehe den Nachstelle um 3-5 Zacken zurück bis die Bremse sich leicht dreht und noch leicht schleift, da gehört etwas Gefühl dazu.


    Zur Prüfung der Bremse gehe ich folgendermaßen vor:

    - Räder montieren

    - Fahrzeug hinten beidseitig aufbocken (natürlich gut sichern) oder Hebebühne

    - Handbremshebel beim 3. oder 5. Zacken feststellen (je nachdem wie lang der Handbremshebelweg ist) und das Handbremsseil spannen bis du beide Räder

    hinten von Hand nicht mehr drehen kannst

    - wenn du den Handbremshebel löst sollte die Bremse natürlich vollständig frei sein

    - die Handbremse auch mal in den Einzelnen Stellungen des Handbremshebel prüfen ob die Hinterräder sich per Hand gleich schwer drehen lassen


    Hier gehört ebenfalls etwas Gefühl dazu :)



    Bei dem Ölverlust bzw. Diesel würde ich erst mal prüfen ob es nicht doch die Dichtung der mechanischen Diesel Pumpe ist. Ich mußte hier zusätzlich zum Gummidichtring noch mit Dirko abdichten um sie Dicht zu bekommen.

    Und wenn das nicht hilft, wie der weise Lupo schon beschrieben hat, sauber machen und nach der Dekra Untersuchung weiter schauen.



    Gruß


    Manuel

  • Deine Bremsbacken liegen schon passend, sonst würde deine Betriebsbremse auch Mucken machen. Du kannst mal schauen, ob am Verteiler des Handbremsseils am Unterboden alles passt bzw. ob das Seil auf der entsprechenden Seite überhaupt gezogen wird. Wenn nicht, dann klemmt was an der Mechanik in der Trommel. Würde dafür sprechen, dass das drehen am Versteller nichts bringt, damit wird dann nur die andere Seite „noch fester“ gezogen.


    Ölverlust kann aus den Flsnschen zur Ölpumpe kommen. Einfach von Ölfilter weg mal an dem Eckstück entlang verfolgen. Falls am waagerechten teil was undicht ist, dann Ölfilter weg und die Mutter am Rohr nachziehen (geht nur mit Steckschlüssel/dünnwandiger Nuss, glaub 24er). Falls nach oben was undicht ist, dann kannst es auseinander bauen, ist alles nur „aufgefädelt“ (Öl-WT, Halterung, usw.) und mit O-Ringen abgedichtet. Die wieder mit Hylomar bestrichen einsetzten und die paar Kupferringe neu/ausglühen und dann sollte es dicht sein. Arbeitszeit so 1-2 Stunden mit vorher anschauen. Das was ich meine siehst, wenn mal drauf schaust. Geht alles gut auf, ist genug Öl dran.:)


    Nachtrag: Oder aus dem Flansch eines tiefer als die Vorförderpumpe, da ist eine Flachdichtung drin. Das kann man auch alles von oben runter abbauen.

  • Hallo,

    bei der Handbremse würde ich die Trommeln noch mal runter nehmen. Dann mal an der Handbremse ziehen und gucken ob auf beiden Seiten sich was bewegt. Könnte ja sein das auf einer Seite der Zug oder die Mechanik klemmt. Vorsichtig die Mechanik mit etwas Kriechöl bearbeiten. Dann die Bremstrommeln mit Bremsenreiniger sauber machen. Danach Bremsbeläge und Trommeln mit feinem Schleifpapier abziehe. Am besten die Beläge wechseln. Es ist oft erstaunlich das die Betriebsbremse funktioniert aber die Handbremse nicht. Bei der Betriebsbremse werden die Beläge durch die Kolben gleichmäßig mit viel Kraft nach aussen gedrückt. Die Handbremse wirkt erstmal auf einen Belag und wird dann mechanisch auf den anderen übertragen. Wenn das nur etwas ungleichmäßig ist geht der viel verloren. Trommelbremsen haben auch eine "selbstverstärkung". Wenn da also ein Belag nicht richtig angedrückt wird geht dann viel verloren.

    Grüße

    Rainer

  • Moin,


    zur Handbremse, mach es so, wie Manuel schrieb, Bauteile prüfen, Grundeinstellung durchführen.


    Dazu 2 x Handbremsseilschrauben lösen, am vorderen und hinteren Seileinsteller,

    Bremstrommel ab, Leichtgängigkeit des Hebel an der hinteren Backe prüfen, herstellen. Die Hebel sollten bei gelösten Seilen, ganz in der Backe hinten anliegen!!

    Ggf. Rand in der Bremstrommel entfernen, das Einstellrädchen so weit stellen, dass die Trommel gerade noch aufzustecken geht, Halteschrauben einsetzen und anziehen.

    Die Anlageflächen der Bremstrommeln,vorher gut reinigen und entrosten, auch die Trommelfläche innen.

    Falls erreichbar nach Aufstecken der Trommel, die Rädchen weiter in Richtung fest drehen, dann Betriebsbremse mehrfach betätigen, Rädchen so einstellen, dass die Bremstrommel freigängig ist, ein paar Hammerschläge auf die Trommel sind nicht verkehrt, damit die Backen sich zentrieren.

    Nun die Seile so nachstellen. Erst das vordere so stellen, dass die hintere Einstellung genügend Nachstellweg übrig behält ( Mutter kurz vor Ende der Stellstange ).

    Nun Handbremshebel mehrfach betätigen und lösen, Handbremshebelweg und Freigängigkeit der Bremse, bei fest / lose prüfen.

    Anschliessend ggf nochmals nachstellen .

    Nach Probefahrt Wirkung prüfen, einstellung ev. wiederholen :wink


    Gutes Gelingen,

    Gruss Emil

  • Ui! So viel Feedback! Danke dafür! Ich habe nach den ersten tips folgendes gemacht;

    - Handbremsseil gelöst

    - Bremse an den Rädchen eingestellt-

    - bei aufgebocktem Fahrzeug immer gelöst, geschaut dass sie frei drehen, in Schritten von jeweils einer Taste an handbremshebel gezogen und dazwischen immer auf beiden Seiten verglichen bis es nach der 1. Raste leicht geschliffen hat, auf der 2. schon ordentlich blockiert und bei der 3. nur noch mit einigem Kraftaufwand etwas gedreht werden konnte. Ab der 4. ging von Hand nicht mehr, es lässt sich noch bis zur 6. raste hoch ziehen ...

    hoffe da habe ich jetzt nichts an der funktionierenden FußBremse verstellt aber wird sich ja morgen zeigen ...

    Wenn nicht muss ich wohl in den sauren Apfel beißen und alles auseinander nehmen... dann kommt auch gleich der neue Satz Beläge von Augustin rein ....

    Erstmal danke für die tips ... ich werde weiter berichten.


    zwecks Öl. Alles mal gewischt und siehe da es scheint (zumindest als erstes) aus der dieselpumpe zu kommen. Der Flansch darunter ist auch nicht etwas verdächtig aber werde da wenn’s noch klappt eine Schicht Dirko rein packen oder muss dann auch die Dichtung neu? Mach ich es dadurch nur schlimmer?


    thääänks!


  • zwecks Öl. Alles mal gewischt und siehe da es scheint (zumindest als erstes) aus der dieselpumpe zu kommen. Der Flansch darunter ist auch nicht etwas verdächtig aber werde da wenn’s noch klappt eine Schicht Dirko rein packen oder muss dann auch die Dichtung neu? Mach ich es dadurch nur schlimmer?


    thääänks!


    Ich hätte jetzt die Dichtung mit neu gemacht, ist nur ein Gummi Ring der sollte nicht die Welt kosten. :)


    Gruß


    Manuel

  • Hallo Jups.

    Hier siehst du sehr schön beschrieben das ganze Innenleben der Trommelbremse.


    Trommelbremse revidieren


    Ich meine aber:

    Bevor die Handbremse eingestellt wird musst du zunächst nach dem Aufsetzen der Trommel einige male das Fußpedal betätigen.

    Damit wird die automatische Nachstellung ausgelöst. Danach Handbremsseil einstellen.

    s.hier:

    Trommel


    Gruß

    Werner

    Gesendet von meinem Rechner zu Hause!

  • Hallo!

    Es gibt schon noch Tipp`s zur besseren Funktion:

    Die Bremsbacken (auch bei Scheibenbremsen) mit einem Glaspapier leicht aufrauhen - bewirkt Wunder.

    Die Bremsbacken (schon beschrieben) ganz knapp einstellen.

    Alle Bremszüge (Gelenke) reinigen, entrosten, Länge einstellen und einölen.

    Mache ich immer vor der Überprüfung - immer gute Ergebnisse beim Test.

    schöne Grüsse joschr

  • Kurze Rückmeldung; die Pumpe habe ich mit Dirko und neuem Ring dicht bekommen (der Flansch darunter sifft noch minimal), die Bremsen "fühlten" sich aufgebockt recht ähnlich an, ein neuer Kupferring an der Ölwanne und; Vollabnahme bestanden!!! Zwischendurch standen 3 Prüfer am / unterm Wagen und die Prozedur hat 1,5 h gedauert!? Es war wirklich ein Prüfen auf Herz und Nieren ^^

    Hinweise; Feststellbremse hat Grenze gerade erreicht (also doch wohl nicht perfekt aber im Regen macht's auch keinen Spaß), Bremsleitung vorne links angerostet, beginndes Spiel im Radlager vorne links (glaube mal gelesen zu haben dass das bei den Ducatos eher üblich ist?) ABER: Kein Mängel! Top! Montag hole ich die Papiere! Ich bin zufrieden! Danke euch für die Tips ... es ist immer schön hier im Forum was zu posten und so guten schnellen Support zu erhalten :)