CP Reifen am Wohnmobil: ich bitte Artus um Erklärung

  • So, jetzt bin ich soweit wir haben heute das Wohni reisefertig gewogen, ich hab dann noch rechnerisch Reserve- Aufschläge gegeben , bin je Achse von der höchsten Radlast ausgegangen.


    Statt den Fiat- Angaben werde ich die Drücke jetzt auf :

    vorn: 3.75 bar statt 5.0 bar

    hinten: 4,75 bar statt 5.5bar


    reduzieren können.


    Bin gespannt wie sich das beim Fahren auswirkt.


    Danke gerade an Artus und die anderen weiterhelfenden Beiträge !!


    Gruß Glühstrumpf

  • so , wir haben unser Wohni nochmals reisefertig gewogen und dann die Reifendrücke entsprechend den aufgerundeten Achslasten + einen Sicherheitszuschlag eingestellt.


    Ergebnis: das Fahrzeug fährt sich ruhiger , ich finde es sogar weniger anfällig bei Seitenwind und Spurrillen.


    Vorn 3.8bar hinten 4,8 bar.

  • Ergebnis: das Fahrzeug fährt sich ruhiger , ich finde es sogar weniger anfällig bei Seitenwind und Spurrillen.

    Dann für die Zukunft allzeit eine sorgenfreie Fahrt.

    mit freundlichem Gruß, der Rolf aus dem Rheinland


    Reisen ist Leben, wie umgekehrt das Leben Reisen ist. Jean Paul (1763-1825)

  • Hallo Zusammen,

    hat jemand mal die Kalt / Warm Reifendruck - Unterschiede beobachtet ?

    Ich fahre mit den vorgesehenen kalt eingefüllten 5,0 vorne - 5,5 hinten mit Ganzjahresreifen Agilis Camper .

    Wie warm + welche Drücke dürfen entstehen beim Fahren ?

    Gruss ausm Rheinland

    Dieter K

    "Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann - das Gegenteil ist schwieriger"
    (Kurt Tucholsky)

  • Hallo Dieter,

    ich fahre niedrigere Drücke. Ich habe die Tabelle vom Rolf (Arthus) zu Grunde gelegt.

    Ich bin gerade in Italien. Bei 115 - 120 echten Km/h und 30° Außentemperatur erhöht sich der Reifendruck um 0,5 bis 0,6 bar.

    Viele Grüße vom Niederrhein. :wink

    Rolf

  • hat jemand mal die Kalt / Warm Reifendruck - Unterschiede beobachtet ?

    Ich fahre mit den vorgesehenen kalt eingefüllten 5,0 vorne - 5,5 hinten mit Ganzjahresreifen Agilis Camper .

    Wie warm + welche Drücke dürfen entstehen beim Fahren ?

    vor langer Zeit , 18.01, 2019, habe ich den folgenden Beitrag schon einmal eingestellt.

    Ich hoffe erklärt die Fragen.


    Text alter Beitrag:

    Drei Faktoren verändern den Reifenluftdruck:

    1. die Umgebungstemperatur (Lufttemperatur) siehe bei A

    A:

    10°C Lufttemperatur- Veränderung im Stillstand des Reifen, nach oben oder auch nach unten, führt zu einer Reifenluftdruckveränderung.

    Reifendruck nach oben wenn die Lufttemperatur steigt oder Reifendruck nach unter wenn die Lufttemperatur sinkt.

    Die Veränderungen bei 10°C Temperaturveränderung betragen ca.:

    0,2 bar bei PKW-Reifen bis 15"

    0,3 bar bei PKW-Reifen ab 16" und größer

    0,5 bar bei LLKW-Reifen 15" + 16" (Transporter / Womo-Reifen)

    0.8 bar bei LKW - Reifen 17.5" + 19.5" (z.T. auch noch bei Wohnmobilen zu finden)

    1,0 bar bei LKW - Reifen 20" + 22,5"

    Das ist nun mal ein Physikalisches Gesetz. Diese Schwankungen lassen sich fast nicht beeinflussen.


    2. die Arbeitsenergie im Fahrbetrieb, siehe B

    B:

    Die Arbeit des Reifen, d.h. die Walkarbeit der Reifenflanken, (Einfederung), das Abrollen der Lauffläche auf dem Untergrund und

    Lenkbewegungen der Reifen sowie die Übertragung der Brems- u. Beschleunigungskräfte erzeugen Wärme.

    Diese Wärme erhöht die Temperaturen im inneren des Reifen. Im Fahrbetrieb finden sich folgende Temperaturwerte:

    im Bereich der Felge und am Ventil bei 40°C - 60°C, im Bereich der Lauffläche bei 80°C – 90°C.

    Diese Temperaturen erhöhen den Reifenluftdruck nochmals um die in A schon angegebenen Werte,

    ergo in der Summe schon plus 1,0 bar und auch 1,5 bar.


    3. die Bodentemperatur im Fahrbetrieb, siehe C:

    C:

    Eine kühle oder regennasse Fahrbahn kühlt die Reifenlauffläche und damit den gesamten Reifen. Die Erhöhung der Reifentemperatur ist geringer.

    Damit erhöht sich auch der Reifenluftdruck geringer. Werte ca. wie bei A. beschrieben

    Gibt es aber wie in den Sommermonaten, Fahrbahntemperaturen von bis zu 60°C und mehr, dann kann der Fahrtwind keine Kühlung des Reifen bewirken.

    Die Gesamttemperatur des Reifen kann sich dann überall im Reifen bis über 80°C erhöhen. Dieser Temperaturanstieg erhöht dann den Reifendruck um

    zusätzlich 0,5 bar bis 1,5 bar, in Abhängigkeit der Reifengröße.


    Fazit:

    Der Reifenluftdruck verändert sich permanent. Das der Reifenluftdruck um bis zu 1,0 bar und mehr im Fahrbetrieb ansteigt ist den Reifenkonstrukteuren bekannt und wird bei der Konstruktion berücksichtigt. Auch bei den nach der Tragfähigkeit gestaffelten Reifenluftdruckempfehlung ist dieses Wissen berücksichtigt.


    Daher Reifendruck am kalten Reifen einstellen und niemals im betriebswarmen Zustand nachkorrigieren.


    noch Fragen ??? LG Rolf

    mit freundlichem Gruß, der Rolf aus dem Rheinland


    Reisen ist Leben, wie umgekehrt das Leben Reisen ist. Jean Paul (1763-1825)

  • Hallo Rolf,

    Danke für Deine tollen Erklärungen :hack .

    Ich hatte schon auf meinem nachgerüsteten Reifendruckfunkmonitor bemerkt, dass bei länger geparktem WoMo der zuvor an der Tanke eingestellte Reifendruck vorne wie hinten um 0.2 - 0,3 bar sank. Beim Fahren stieg er dann wieder gleichmäßig auf Soll oder auch teils deutlich darüber.

    Ich konnte auch feststellen, dass dabei die Temperatur (Sensor ist am Ventil) hochging - 60 Grad wurden allerdings noch nicht angezeigt.

    Ich werde an dem Monitor nun mal die Warnung LOW bei 4,5 bar sowie die Warnung HIGH bei 6,5 bar einstellen ..... leider gibt es keine separaten Einstellungen vorne / hinten. Diese Spreizung deckt die von Dir genannten Luftdruckänderungen im Fahrbetrieb ab.

    Danke nochmal für Deine Infos:klatsch:thumbup:

    Gruss ausm Rheinland:wink

    Dieter K

    "Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann - das Gegenteil ist schwieriger"
    (Kurt Tucholsky)

  • Motowitsch hats gesagt!

    Und ich leg noch eins drauf!

    Was macht ihr wenn es mal auf die Passstrasse geht???

    Luft ablassen??

    Macht euch keinen Kopf und füllt den vom Reifenhersteller empfohlenen Druck ein!

    Tabellen Druck zur Achslast wurden ja schon genannt!

    Hab auch alles verkehrt gemacht und die vom Fahrzeughersteller genannten Drücke verwendet!

    Nun mit den von Conti genannten vo. 4,0 und hinten 4,5 Bar läuft er super!

    Fiat Ducato III 250, 130Multijet, 131PS, EZ: 04.2007

    Motor Iveco F1AE0481N

    6 Gang Schaltgetriebe

    Dethleffs Aufbau T6401

    KM Stand 07.2020 = 43000km

  • Genau, macht da keine so große Wissenschaft draus. Ich fahre im Jahr 40000km motorisiert und 1000km mitm Bio-Rad bei allen möglichen Temperaturen und hatte noch nie Probleme mit Reifen, welche mit dem Luftdruck zu tun hatten. Luftdruck laut Angaben in die Reifen, ggf. der Belastung anpassen und fertig. Das einzige was ich beim Womo mehr mache ist beim Halt schauen ob der Reifen heiß ist und öfter kontrollieren ob der Druck passt (kalt, nicht warm an der Autobahntankstelle).

  • Ich konnte auch feststellen, dass dabei die Temperatur (Sensor ist am Ventil) hochging - 60 Grad wurden allerdings noch nicht angezeigt.

    schau einmal in den Beitrag #33 diese Threads. Dort habe ich etwas dazu geschrieben. Erklärt Dir glaube ich einiges dazu.

    Hab auch alles verkehrt gemacht und die vom Fahrzeughersteller genannten Drücke verwendet!

    Nun mit den von Conti genannten vo. 4,0 und hinten 4,5 Bar läuft er super!

    solche Angaben helfen niemanden weiter.

    Es fehlen die wichtigen Angaben wie Reifengröße, Tragfähigkeitsschlüssel und die Lasten / Achslasten für die Du diese Reifenfülldrücke anwendest.

    mit freundlichem Gruß, der Rolf aus dem Rheinland


    Reisen ist Leben, wie umgekehrt das Leben Reisen ist. Jean Paul (1763-1825)

  • Da fehlt nix.

    Schaut auf die Contiliste (oder auch Michelin) und sucht nach EURER Reifengröße und Achslasten.

    Soll jeder für sein Fahrzeug machen!

    Ich habs gemacht und bin mehr als zufrieden!

    Fiat Ducato III 250, 130Multijet, 131PS, EZ: 04.2007

    Motor Iveco F1AE0481N

    6 Gang Schaltgetriebe

    Dethleffs Aufbau T6401

    KM Stand 07.2020 = 43000km

  • Hallo,

    wird das Thema nicht über bewertet? Ich fahre seit über 30 Jahren, PKW, LKW, Motorrad und auch WoMo, aber ich habe mich immer an die in der Bedienungsanleitung (oder Aufklebern) empfohlenen Drücke gehalten und hatte nie ein Problem. Heute bei meinem PKW der eine Kontrolle hat, habe ich am Anfang geschaut, aber grade die Temperaturunterschiede haben den "Alarm" ausgelöst. Zur Arbeit gefahren, Lampe hat geleuchtet, Warnung kam, auf dem Heimweg an der Tanke vorbei, alles war OK. Ich mache jetzt immer 0,2 bar mehr Luft rein als erforderlich, dann habe ich Ruhe. Ok, dem System kann man noch eine Belastung (niedrig / mittel / hoch) vorgeben aber wer bitte macht das in der Praxis? Die RDK mögen mit Sicherheit eine sicherheitsrelevante Neuerung in den Vorschriften sein um viel zu wenig Druck im Reifen feststellen zu können, aber die Toleranzschwelle ist meiner Meinung nach viel zu gering.


    Fahrweise, Jahreszeit, Beladung usw. mögen eine Rolle spielen, aber auch hier sind irgendwelche Tabellen genau so ungenau bzw. unpraktisch. Aber darauf kommt es ja auch nicht an, ich finde generelle Empfehlungen ok aber mehr auch nicht.


    Gruß

    Frank

  • Beim Womo mag es anders sein, beim PKW sehe ich die RDKS Sensoren eher als gesetzlich vorgeschriebene Unwucht. Beim Insignia habe ich die Dinger raus geworfen, da sich die 30g der Sensoren auf die ohnehin schon vorhandene Unwucht in den Felgen addiert hatte.

    Fazit: Ohne RDKS & mit regelmäßiger Kontrolle des Luftdrucks fährt es sich einfach besser.