Führungsbolzen Bremssattel hinten - womit schmieren?

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  • Die modernen Turbomotoren mit immer weniger Hubraum und immer mehr Leistung fahren zwar flott den Berg hoch, haben aber bergab keine ausreichende Bremswirkung.

    So werden die Bremsen im Gebirge auch bei zurückhaltender Fahrweise gern sehr heiss.

    Fett neigt dann dazu dünnflüssig auszulaufen und im schlimmsten Fall die Beläge zu verschmutzen oder auch zu verbrennen und die Schmierfähigkeit zu verlieren.


    Das ist gefährlich und betrifft alles wo Fett dabei ist, also auch MoS2 , Graphit oder Silikonfett.


    Im Flachland mag es noch gehen, aber spätestens in den Alpen kommt dann die Überraschung.


    Ich verwende an Bremsen nur Kupferpaste, die hält diese Temperaturen auch auf der Rennstrecke aus.


    Lothar

  • Zitat von der ATE-Seite:

    ATE Bremszylinder-Paste 180 ml

    Artikelnummer


    03.9902-0520.2


    700029


    Die ATE Bremszylinder-Paste gewährleistet bei der Reparatur und Montage von hydraulischen Bremsenbauteilen die notwendige Schmierung und Konservierung. Sie wird auf die Zylinderlaufflächen, den Kolben und die Dichtelemente dünn und gleichmäßig aufgetragen. Die ATE Bremszylinder-Paste ist mit den Bremsflüssigkeiten DOT 3, DOT 4 und DOT 5.1 verträglich.

    Preis:
    auf Anfrage

    ATE Bremszylinder-Paste 180 ml

    Vorteile:
    - Einfache Montage hydraulischer Bremsenteile

    - Bremsflüssigkeitsverträglich

    - Schutz der Laufflächen vor Korrosion


    Sicherheit:

    - Nur für Stellen, die mit Bremsflüssigkeit in Berührung kommen! Dort niemals Mineralfette oder -öle verwenden!


    Demnach sollte man das nicht nehmen für die Sattelführungsbolzen.

    Leider habe ich dieses nicht gewusst und die Paste exakt für den Zweck seit etlichen Jahren in Gebrauch.

    Die Paste wusste das scheinbar auch nicht, dass sie nicht dahin gehört, sie schmiert nämlich alle Sattelbolzen meiner Kfz
    ohne Mecker einwandfrei, ohne dass da mal irgendwas geklemmt hat oder verranzt ist.

    Allerdings mach ich solche Arbeiten auch 1-2 mal im Jahr im Rahmen des Wechsels von Sommer- auf Winterräder, da schau ich mir die Bremsen grundsätzlich an.

    Ich bin keine Signatur, ich putze hier nur.7yg5-3h-bc40.gif

  • Für die Führungsbolzen nehme ich i.d.R. Plastilube. Letztens, als das alle war, hab ich auch mal dünn die Bremszylinderpaste verwendet.

    Die Bremszylinderpaste braucht man ja eigentlich nur beim Einsetzen von Bremskolben, wenn man das nicht mit Bremsflüssigkeit tun mag.



    Gruß,


    Sebastian

  • @ Airemperor:


    In der Kupferpaste ist Teflon oder Silikon drin, kein Fett.

    Deshalb hält sie 1300 ° aus.


    Kupferpaste nicht direkt auf Alu, das gibt ein galvanisches Element und das Alu wird zerfressen, wenn Wasser dran kommt.

    Da besser Keramikpaste, aber die hält nicht so lange.

  • wibbing ;


    weiter oben in Beitrag 26 schreibst du dass es im Flachland vielleicht noch geht, aber in den Bergen gefährlich ist wenn man irgendwas mit Fett oder Silikon verwendet.
    Deswegen verwendest du Kupferpaste.


    Und jetzt erzählst du dass in deiner Kupferpaste Teflon "oder" Silikon drin ist.
    Heisst das jetzt dass du gut unterwegs bist im Flachland und in den Bergen den 50% Joker benutzt, je nachdem ob in deiner Paste Teflon "oder" das gefährliche Silikon ist?

  • Es war von Silikonfett oder Teflonfett die Rede.


    Da ist mineralisches Fett drin, das hält die Temperaturen nicht aus.


    Du hast Recht, ich habe mich da missverständlich ausgedrückt.


    In der Kupferpaste ist Teflon oder Silikon drin aber kein mineralisches Fett. Das ist gut für 1300°.

  • Ob Teflon oder Silikon die Basis ist, ist doch völlig egal. Am Ende kommt es darauf an, wann das Zeug anfängt zu kriechen. Am Ende geht es dann darum, wie lang die Molekülketten in dem Fett sind...


    Andererseits, wenn der Sattelhalter 200 Grad bekommt, dann haben die meisten Bremsbeläge schon längst versagt ;)

  • In der Kupferpaste ist Teflon oder Silikon drin, kein Fett.

    In der Kupferpaste ist Teflon oder Silikon drin aber kein mineralisches Fett. Das ist gut für 1300°.

    Weder noch- wär irgendwie doppelt gemoppelt. Als Schmierstoff ist thermostabiles Syntheseöl enthalten, ansonsten eben der namensgebende Feststoff.

    Silikon scheint immer irgendwie so ein Allheilmittel zu sein, wie Hylomar im Dichtungsbereich.....und ist meist absolut ungeeignet für den betreffenden Anwendungsfall.

    So ein kurzer Blick in die Datenblätter der Hersteller wäre oft sinnvoll vorm Stammtisch.


    @ Hugo- 200° an einer Bremsanlage hast bei Bergfahrten öfter als du glaubst.... (Achtung, ich schreibe bewusst "AN"! ) Da reicht eine satte Vollbremsung in der Ebene und nicht nur die Scheiben/Beläge werden warm :-)

  • Danke!!


    Das mit dem Stammtisch ist gut. ;)


    Silikon ist ja auch nicht gleich Silikon...

    Das ist als würde man Plastik verteufeln...und bekommt als Konsequenz seine Wunden nicht mehr mit selbstaulösenden Fäden genäht...das ist ja auch böses Palstik ;)

  • Hier geht es um die Führungsbolzen mit der Gummimanschette.


    Dieses Plastilube ist dafür nicht geeignet.


    Man muss die Hinweise und Datenblätter lesen:

    Unter "Hinweis": Bremsscheiben- und Bremsbelagreibflächen oder Gummiteile dürfen nicht mit ATE Plastilube eingestrichen werden!

  • Egal was wer hier für richtig hält.
    ich glaube da ganz einfach der Erfahrung von einem mir persönlich sehr gut bekannten KFZ Meister, der jahrelang bei einem Bremsen Spezial Betrieb für Pkw und LKW gearbeitet hat.

    Und der hat für die Führungsbolzen und Buchsen ( nur wenn durch Gummi o ä abgeschirmt gegen unbeabsichtigten Fettverlust )ganz klar MOS 2 Fett als eindeutige Nummer 1 Lösung empfohlen und gewerblich !!! erfolgreich eingesetzt.
    Die Notschmiereigenschaften sind unumstritten und übertreffen halt jedes „ normale„ Gleitmittel.

    Deshalb wird es auch bei hochbelasteten Gelenkwellen und Lagern eingesetzt.

    Martin