Getriebeausbau ohne Bühne, Ducato 290

  • Hallo zusammen,

    ich will nächste Woche die Kupplung an meinem Duacto 290 erneuern. Ich habe schon sämtliche Beiträge dazu studiert. Wovor ich respekt habe ist der Ausbau des getriebes. Da 2 der drei Aufhängungspunkte der Motor-Getriebe-Einheit am Getriebe hängen frage ich mich wie ich den Motorblock sichere. Ich plane die Kiste vorne auf Böcke zu stellen und das Getriebe dann nach u nten zu entnehmen. Reicht ein Wagenheber unterm Motorblock? Kippt der weg?

    Wäre toll wenn jemand da seine Erfahrungen schildern könnte!

    Grüße, Julius

  • In die Sicken von den Kotflügeln (links und rechts bei geöffneter Haube) passende Hölzer einlegen, ein Kantholz quer drüber und Motor mit geeignetem Spanngurt verzurren. Dann bleibt der wo er ist und kann auch noch bewegt werden zum Ausrichten z.B.

  • Wenn man das Getriebe ausbauen will, sollte man sich zwei Hilfsmittel in der Bucht besorgen. Eine Motorbrücke und (habe ich) eine Motorradhebebühne. Den Motor mit der Brücke absichern (analog dem Vorschreiber) und das Getriebe mit der Hebebühne ablassen. Der Vorteil der Hebebühne ist: Durch das Aufheben des Fahrzeuges hängt das Getriebe nicht mehr senkrecht, sodaß die Aufhängeöse nicht mehr passt (gilt auch für die Montage). Das Getriebe kann man auf dieser richtig drehen. Beim Typ 230 war der 5.Gangdeckel im Weg, die gesamte Kombination musste rechts abgelassen werden. Die Schaltseile müssen mit einem langen Flacheisen vorsichtig abgeschlagen werden. Falls gezogene Kupplung, den Bolzen mit einem Bolzenausziehgerät herausziehen. Getriebeöl ablassen - Antriebswelleneinschub ist innen nicht dicht ! Vorschlag: hat man das Getriebe entfernt, alles mögliche erneuern, sonst später wieder dieselbe Plagerei, das Getriebe hat ca 65 Kg.

    Mein RepFahrzeug war ein Typ 230/1998-5Gang. Sollte dies von dem genannten Fahrzeug abweichen, so gilt meine Beschreibung nicht, da gibt es sicher andere Schrauber die besser helfen können.

    Ich hoffe daß ich dir helfen oder einige Anregungen geben konnte.

    schöne Grüsse und gutes Gelingen joschr

  • Etwas wichtiges habe ich noch vergessen: Äußerste Vorsicht bei Arbeiten unter dem Fahrzeug - T O D E S G E F A H R !! Das Fahrzeug zusätzlich absichern - fällt es herunter, dann ist der ab Boden liegende flach wie eine Plunder ! Reimt sich sogar.

    joschr

  • Moin,

    ein Getriebe am Boden ist zwar nicht gerade die schönste Arbeit, aber gehen tut es!
    Meine Anleitung wäre:
    Fahrzeug sicher aufbocken!
    Wenn Räder und Antriebswellen ausbauen, alles Drum und dran vom Getriebe abschrauben erledigt ist, geht es weiter.
    Eine Motorbrücke funktioniert nicht, weil die auf den stark abfallenden Kotflügelinnenkanten nicht steht.
    Die Motoraufhängung rechts bleibt dran, die linke und die Aufhängung unten am Getriebe wird abgschraubt.
    Die Motor-Getriebe-Einheit wird dabei mit einem vernünftigen Rangierwagenheber abgestützt, sodass man diese auf ein zB. Holzunterbau unter der Motorölwanne fest absetzen kann.
    Heisst, das Getriebe hängt nun soweit herunter, das man es aus dem Radkasten herausbewegen kann.
    Bitte darauf achten, das die Servoleitung, falls vorhanden, nicht im unteren Eck, vorn rechts, beschädigt wird!
    Falls keine eben und belastbare Fläche unter dem Getriebebereich vorhanden bitte spätestens jetzt, eine stabile, ebene, Platte unterlegen und den Rangierwagenheber so darauf positionieren, das er quer zum Fahrzeug bewegbar, das Getriebe stützt.
    Verbliebene Verbindungsschrauben zwischen Motor und Getriebe herausschrauben , das Getriebe anfänglich etwas vom Motor weghebeln, bis die Paßhülsen ausgeführt sind, dann das Getrieb vorsichtig absenkend, seitlich herausbewegen.
    Kupplung erneuern, ggf. Pilotlager erneuern.
    Der Einbau des Getriebes erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Dabei ist es begrüßenswert, bzw. unumgänglich, einen Helfer dabei zu haben, um die Paarung passend herzustellen, heisst, das Getriebe ordentlich zum Motor zu positionieren und langsam einzuschieben.
    Hilfreich sind dazu 2 ca 10cm lange Schrauben, in der Dimension der Motor-Getriebe-Verbindungsschrauben auf mittiger Höhe, diese ohne Kopf jedoch vorn geschlitzt, welche als Einführwerkzeug genutzt werden. Diese Montagehilfen werden nach dem Zusammenschieben, mit einem Schraubenzieher in den Schlitzen eingesetzt, herausgeschraubt.
    Wie fast bei jedem Getriebeeinbau, wird es etwas umständlich, sobald die ersten Teile von Motor an Getriebe anstehen. hier die Kupplungswelle am Pilotlager.
    Nun besonders behutsam, mit rucken, drücken, fluchen, weitermachen, ohne Gewalt anzuwenden. Allein den letzten Zentimeter, einziehen der Paßhülsen, kann man mit heranschrauben bewerkstelligen. Bitte beim Einbau immer auf gleichen Abstand zwischen Motor und Getriebe achten.
    Das gilt für oben, unten, vorne, hinten!!
    Gutes Gelingen!!:wink

    Gruss Emil

    PS.:
    Wenn die Antriebswellen nicht in einem Stück aus dem Getriebe herausgehen wollen, bitte das grosse Schellenband der/des Antriebswellen-Innengelenk demontieren und die Antriebswelle/n aus dem Innengelenktopf herausziehen.
    Auseinanderfallen kann dabei nichts, der Tripodestern ist gesichert.

  • emil77b vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Das Fahrzeug möchte ich hinten mit Auffahrkeilen gegen das Wegrollen sichern und vorne auf beiden Seiten auf Böcke stellen um die Achsen zu ziehen. Wie hoch muss ich die Karre vorne stellen, damit ich das Getriebe entspannt rausbekomme? Reicht normales Fahrzeugniveau oder muss das richtig schräg?


  • Auseinanderfallen kann dabei nichts, der Tripodestern ist gesichert.

    Kann sein , muss aber nicht , bis jetzt hatt ich drei verschiedene in der Hand , nur einer davon gesichert gegen auseinanderfallen

    Rest stimme ich zu :thumbup:

    Was nicht passt , wird passend gemacht 8)

  • Ich schätze, daß man das Fz ca 20 bis 30 cm höher aufheben muß, damit man das Getriebe unter der Stoßstange heraus bekommt, muß man ausmessen. Das Getriebe hat keine ebene Auflagefläche, sodaß man aufpassen muß, daß es vom Wagenheber nicht herunterfällt. Bezug Kupplung: bei gezogener Kupplung das Getriebe nicht herunterreissen sondern unbedingt den Drehbolzen herausziehen. Eine Zerstörung der Getriebeglocke ist die Folge - passiert auch manchen Werkstätten. Diefalls ist ein neues Ausrücklager und eine neue Kupplungsscheibe vorher zu besorgen. Bei jeder Trennung Motor - Getriebe ist dies nur notwendig wenn es eine gezogene Kupplung ist. Allerdings weiß man dies erst bei der Draufsicht auf das Getriebe: Ist der Seilanschluß ein Drehhebel dann gedrückte Kupplung, ist es eine Art Klappe dann eine Gezogene Kupplung.

    joschr

  • Bis bj 94 sinds alles normale kupplungen ,nicht gezogene , geht also normal raus, fahrzeug soweit anheben das man darunter arbeiten kann und getriebe samt wagenheber darunter rauspasst ,

    Was nicht passt , wird passend gemacht 8)

  • emil77b Reicht normales Fahrzeugniveau oder muss das richtig schräg?

    Ne, der muss vorn komplett hoch, also nicht einseitig! Beide AW müssen raus - oder irre ich mich?.

    Ansonsten kann man bei Fronttrieblern ohne Fahrschemel das Getriebe meist gut ohne Bühne ausbauen. Ist aber mühsamer.

    Besser doppelt abstützen/sichern! Wagenheber + Brett unter der Ölwanne reicht um den Motor zu halten.

    Viel Erfolg!

    Fiat Ducato Typ 280 im Hymermobil 534, Baujahr 1986, 2,4D, 53KW, Wohnausstattung Eriba

  • Ich schätze, daß man das Fz ca 20 bis 30 cm höher aufheben muß,

    Wenn du das Getriebe bei nur 20...30cm höherem Auto gezogen bekommen willst, brauchst du anständige Muckis!

    Beim Polo drücke ich das Getriebe unter dem Auto liegend in Position. Das wiegt aber auch nur 35kG. Beim 280/290 ist das wesentlich schwerer.

    Das rechte Motorlager kann man auch etwas lösen. Dann lässt sich der Motor noch weiter kippen & man bekommt das Getriebe später leichter gesteckt.

    Wie Emil schon schrieb, muss man auf die Servoleitung achten.


    Den Motor kann man bequem per Rangierwagenheber heben/senken. Einfach mit Gummikotz unter die Ölwanne und gut.

    Was auch gut geht ist das Getriebe von oben mit einem Motorkran Flaschenzug oder sonstigem zu halten, sofern man beim 280er oben eine Öse hat.


    Grüße,

    Sebastian

  • Hallo,

    Ich habe das Wohnmobil mit zwei großen Wagenhebern links und rechts aufgebockt und dann mit stützen und Klötze gesichert. Das getriebe raus zu bekommen ist kein Problem, fürs einfädeln des Getriebes habe ich zwei Flachstähle zu einem U verbogen und verschraubt und habe ein Rohr aufgeschweißt, dieses konnte ich in einen Wagenheber stecken. Nun konnt ich das Getriebe auf dem Wagenheber in mehrere Richtungen bewegen, das war sehr hilfreich um das Getriebe einzufädeln

  • Nun konnt ich das Getriebe auf dem Wagenheber in mehrere Richtungen bewegen, das war sehr hilfreich um das Getriebe einzufädeln

    Wie sagte schon mein alter Herr : Dumm darfst du sein , Du must dir nur zu helfen wissen .

    Das ist ne gute , praktische Lösung .:thumbup::thumbup:

    Oesie