290er TD Vergrößerung der Bremsbeläge hinten.

  • Habe eine Frage an die Fachleute im Forum. Ich möchte mein Fahrzeug !!! nicht !!! auflasten. Bringen die größeren Bremsbeläge eine spürbare Verbesserung der Bremsleistung hinten ? Lohnt sich die Arbeit ? Eine Scheibenbremse ist natürlich ganz was anderes. Wie ich gelesen habe, müssen nur die Beläge gewechselt werden. Hat zu diesem Thema jemand Erfahrung und kann mir eine Antwort auf meine Frage geben ?

    Danke und Gruß Wolfgang

  • Moin Wolfgang,

    nicht die Beläge werden gewechselt, sonder die Radbremszylinder haben größere Bohrungen (27mm)......

    Gruss

    Hans

    Vergangenheit ist Geschichte, Zukunft ein Geheimnis,
    aber jeder Augenblick ist ein Geschenk.

    Spritmonitor.de

  • Hallo Hans

    Ja, man lernt nie aus ! Mit anderen Worten, nicht die Reibflächen werden vergrößert, sondern der Druck erhöht sich, richtig ? Das ist doch eine mechanisch / hydraulische Bremse oder? Habe noch nie reingeschaut, sorry.

    Gruß Wolfgang

  • Hallo,

    die Gefahr dabei ist, dass durch die höhere Bremsleistung die HA überbremst wird und es dadurch, ohne ABS, zum frühzeitigen blockieren der Räder kommen kann.

    Gruß Oliver

    Allzeit gute Fahrt :wink

    Und bleibt gesund :thumbup:

  • idR ist es sogar so, das die hintere Bremse IMMER runtergeregelt werden muss, um ein blockieren zu verhindern. Hinten wird- durch die Lastverschiebung beim Bremsen- kaum Bremsleitung übertragen, da die Räder ja entlastet werden. Sie haben kaum noch Haftung und es gibt nix schlimmeres als blockierende Hinterräder!

    Mit dem vergrößern der Bremszylinder, sprich mit dem erhöhen des Bremsdrucks, wäre also kein Vorteil erreicht.

    Bei einem FZ ohne ABS ergibt sich sogar die Gefahr, das eben nicht mehr so stark gebremst werden kann weil sofort die Hinterräder blockieren- selbst wenn da ein ALB Regler drin ist, der meist nicht mehr funktioniert....

    Gibt schon einen Grund, warum das da hinten meist so futtzelig und schwach erscheint - mehr brauchts nicht, und das fault schon kaputt :-)

  • Hallo Oliver

    Mit HA meinst Du wohl die Hinterachse. Wenn ich aber auflasten will, muß ich den Umbau auch vornehmen. Ich habe hinten Zusatzfedern verbaut. Es stand in der Anleitung, den Hebel der Bremskraftverstellung an der Hinterachse ganz nach oben zu stellen. weil das Gewicht fasst immer gleich ist. Muß denn immer ein Haken dabei sein;(. Ich glaube, werde erst einmal die Bremse demontieren und sehen, wie sie von innen aussieht. Eventuell eine neue Trommel und Beläge. Der TÜV hat die Bremsen gemessen, hatten beide exakt gleiche Werte, ohne Mängel.

    Wenn ich vom Womo in meinen PKW umsteige, haue ich fasst gegen die Frontscheibe beim normalen bremsen:qualm

    Danke und Gruß Wolfgang

  • Hallo

    Habe mir das 3x durchgelesen und endlich verstanden. Es ist wie beim Motorrad . wenn das Vorderrad bremst, taucht das Moped vorn ab, somit hat das Hinterrad kaum noch Bodenhaftung.

    Das ist das alter, die Zellen werden weniger. Andersrum, man kann nicht alles wissen und ich bin mir nicht zu schade, einfach zu fragen.

    Gruß Wolfgang:prost

  • Hallo,

    bin hier zufällig über diesen Thread gestolpert und habe eine Ergänzungsfrage dazu.

    Mein WoMo Baujahr 1993 hat vorne Scheibenbremsen, hinten Trommelbremsen. Beim ersten TÜV mit diesem Fahrzeug war alles OK, als ich mir später den Bericht genauer angesehen habe ist mir aufgefallen, dass die Bremswirkung (Nm) an der Hinterachse trotz Trommelbremsen wesentlich höher war als an der Vorderachse.


    Mal eine Werkstatt drauf angesprochen sagte man mir, dass das normal sei.

    Von PKW oder Zweirädern kenne ich das auch anders, aber andererseits taucht ein 3,5 T WoMo nicht wirklich ab beim Bremsen, also nicht mit einem Motorrad zu vergleichen. Und der ALB steht wahrscheinlich sowieso immer am Anschlag auf der Rolle schon deswegen weil das WoMo immer mehr oder weniger das gleiche Gewicht auf der Hinterachse hat.


    Und wenn ich die Wahl hätte, ob die Hinter- oder Vorderachse keinen Grip mehr hat beim Bremsen würde ich mich eher für die Hinterachse entscheiden. Vorne blockiert ist nichts mehr mit Lenken (ohne ABS) hinten driftet es nur etwas.


    Vielleicht kann ja jemand noch etwas zu der höheren Bremswirkung generell an der Hinterachse sagen.


    Gruß

    Frank

  • Habs gemacht, merkt man schon. Und man braucht dafür die größeren Zylinder und die längeren Beläge, jeweils allein geht nicht. Nachstellte, Federn usw. sind auch andere. Weg im Bremspedal wird etwas länger, da man ja mehr Flüssigkeit hin und her schieben muss (größeres Volumen Zylinder). Durch den größeren Radius des Zylinders hat man mehr Anpressdruck.

    Würde es nur machen, wenn die Bremsen eh zu machen sind, einfach so lohnt nicht. Der BK-Regler wurde bei mir so eingestellt gelassen wie er war, HA überbremst nicht.


    Nachtrag: Der Regler wurde dann durch den Einbau der Luftfeder auch auf Max gestellt, was wirklich genau der Einstellung wie ohne Feder entspricht (Abstand Oberkante zu Fahrzeugboden). Also sollte die Verteilung gleich sein wie vorher und die HA überbremst trotz großer Bremse nicht.

  • Danke für die sachkundigen Berichte. Habe soeben mit dem TÜV gesprochen. Die Aussage, mehr Bremsleistung kann man bei dem Oldtimer nicht verlangen. Im TÜV Bericht steht :

    Hinten links 460 rechts 470 Abbremsung 18%. Vorn links 350 rechts 400 Abbremsung 54% Handbremse links 290 und rechts 280

    Sollte man das so lassen ? Würde die Bremsen hinten zerlegen und neue Beläge und eventuell neue Trommeln kaufen oder ausdrehen.

    Wolfgang

  • Hinten links 460 rechts 470 Abbremsung 18%. Vorn links 350 rechts 400 Abbremsung 54% Handbremse links 290 und rechts 280

    Hallo Wolfgang,

    das kann nicht passen : die 54% sind die Gesamtabbremsung der Betriebsbremse: 460+470+350+400. Dann 54% bedeutet, daß Du gut 3,1 t hast. Die 18% beziehen sich nur auf die Feststellbremse.

    Und 54% finde ich beim alten Ducato nicht schlecht.

    18% bei 460+470 würde heissen ca. 5000 Kg

    Ca. weil es genaugenommen 0,981:1 ist und nicht 1:1

  • Moin,


    Wolfgangs Werte hinten, 460 / 470, finde ich schon sportlich, fast ein wenig viel. Die Handbremswirkung ist mEn. eher ein wenig gering.

    Mich würde interessieren, wer welche Werte mit der hinteren Betriebsbremse, bzw auch alle Werte angeben, erreicht.

    Wäre nett da mal ein paar Verglichswerte zu lesen. :wink


    Gruss Emil

  • Von PKW oder Zweirädern kenne ich das auch anders, aber andererseits taucht ein 3,5 T WoMo nicht wirklich ab beim Bremsen, also nicht mit einem Motorrad zu vergleichen. Und der ALB steht wahrscheinlich sowieso immer am Anschlag auf der Rolle schon deswegen weil das WoMo immer mehr oder weniger das gleiche Gewicht auf der Hinterachse hat.


    Und wenn ich die Wahl hätte, ob die Hinter- oder Vorderachse keinen Grip mehr hat beim Bremsen würde ich mich eher für die Hinterachse entscheiden. Vorne blockiert ist nichts mehr mit Lenken (ohne ABS) hinten driftet es nur etwas.

    Da täuscht man sich, die Lastverteilug beim Bremsen ist erheblich. Vergess zB den Hebelarm der Last nicht, weil der Schwerpunkt weit über den Achsen liegt. Das sieht nicht so spektakulär aus wie beim Mopped, dynamisch geschieht aber beinahe das gleiche.

    Das auf dem Bremsenprüfstand die Trommeln hinten so gut abschneiden, liegt halt daran, das das Fz steht beim bremsen -da geht es auch mehr um die Gleichmäßigkeit.


    Wenn du die Wahl hättest, garantiere ich dir, du wählst die Vorderachse :-) 100% Dann untersteuert das Fz und rutscht maximal geradeaus weiter. Blockiert die Hinterachse, fängt das FZ unweigerlich an unkontrolliert zu schleudern - du drehst dich und kannst NICHTS dagegen tun :-)

    Man merkt, das viele Fahrer noch nie wirklich in solche Situationen gekommen sind- zum Glück :-)

  • Moin Oliver,


    Du hast prinzipiell recht. Der original verbaute Bremsdruckregler ist allerdings in erster Linie für unterschiedlich beladene Fahrzeuge konzipiert.

    Die HA-last eines Womo allerdings, liegt schon leer bem Gewicht eines voll Beladenen Bus, oder Pritschewagen.

    Drum ist wohl eher eine gute Bremse und ein vorsichtiger Umgang damit, bei Nässe, Glätte, anzuraten :wink


    Gruss Emili

  • Wenn ich eine Bremse "tunen" würde, dann würde ich an der VA anfangen. Warum sind denn meist an der VA innenbelüftete, fette Scheiben. Weil da die Belastung geringer ist? Weit gefehlt.

    Und Fading entsteht beim Prüfstand nicht, das entsteht erst beim Bremsen auf Gefällstrecken, da ist es dann von Vorteil daß Scheiben verbaut sind, die kühlen viel schneller ab als Trommeln. Ich würde an der HA nix austauschen, solange alles funktioniert und nicht auf Maxi umgebaut bzw. aufgelastet wird.

    Erst wenn vorne fette Scheiben - vom Maxi - drin sind, erst dann würde ich die HA entsprechend nachziehen.

  • Hallo Frank,

    das mit der höheren Bremskraft hinten auf dem Bremsenprüfstand kommt daher, daß das eine statische Bremsung ist.

    Gerade bei Fahrzeugen mit kurzem Radstand kommt es durch die dynamische Achslastverlagerung beim Bremsen zu einer Entlastung der HA.

    Gruß Oliver

    Allzeit gute Fahrt :wink

    Und bleibt gesund :thumbup:

  • Hallo

    Ich kann nur sagen, das ich davon keine Ahnung habe. Ich lese nur der genaue Wert ist 0,981 nicht 1 . Die Zahl machte mich stutzig. Wenn ich mich an meine Studienzeit richtig erinnere, ist das die Erdbeschleunigung. 9,81m/ sek zum Quadrat, richtig ? Tut mir leid, das sagen zu müssen, ich möchte keine Bremsen entwickeln,

    Glaube, das war das erste Messgerät, welches der Prüfer verwendete, um die negative Beschleunigung zu prüfen. Mag mich aber täuschen.

    Ich habe die Daten gestern angegeben. Dabei soll ich etwas vertauscht haben. Im Anhang der Prüfbericht. Ist allerdings der vorletzte Bericht. Im Prinzip wollte ich nur wissen, ob die größere Bremse etwas bringt. Eventuell kann man ja die Gleichung E=mc/2 verwenden. Der Mann mit der ausgesteckten Zunge sehr bekannt.

    Was ich jetzt mache ist, Bremsen zerlegen, Belege neu, Zylinder neu und die Trommel wechseln oder je nach Zustand ausdrehen und PUNKT.

    Gruß Wolfgang

  • Was ich nicht verstehe, du hast ganz am Anfang gefragt "Lohnt sich die Arbeit?"

    Ich kann dir sagen, das das Austauschen einer intakten Bremse, und das dokumentiert doch dein TÜV- Bericht, sicher nix bringt, außer Arbeit und Kosten.

    Aber sicher keine verbesserte Bremswirkung.

  • Hatte ich vergessen. Die große Differenz der Bremsen vorn kommt daher, habe die Beläge und Scheiben gewechselt und nur ca. 20Km zum TÜV gefahren bin. Bei der jetzigen TÜV-Abnahme waren sie 410 und 420.

    Gruß