Kompressionstest und Druckverlustprüfung -> UPS auf Fiat Ducato 2.5D-Basis

  • So liebe Leute,


    ich hoffe hier kann mir wer weiter helfen mit meinem Anliegen. Mehr zu mir in der "Neu hier" Kategorie.


    Ich habe ir vor einigen Tagen einen 88er UPS Bus auf Ducato Basis zugelegt - trotz der blauen Qualmwolken, die zu Beginn ordentlich, im Laufe der (ersten) Fahrt jedoch weniger wurden. Die erste Tour von ca. 250km hat er dann auch +/- 0,5l Öl verbraucht. Lief aber sonst soweit ich das als Neuling einschätzen kann ganz gut.


    Heute haben wir hier dann mal eine Kompressionstest gemacht. Allerdings im kalten Zustand. Wir kamen leider nur an 3 der 4 Zylinder ran weil die eine Glühkerzenöffnung zu blöd hinter der Förderpumpe liegt. Ergebniss: Zwei Zylinder glatte 30bar, einer ca. 27,5bar.

    Auf einem der "intakten" Zylinder und auf dem ungemessenen haben wir dann auch eine, sagen wir semiprofessionelle Druckverlustprüfung durchgeführt. Ergebniss: Aufgewendete 2bar verstrichen in ca. 2 min. komplett. Nach einer Minute säuselte der restliche 1bar Druck nur noch langsam raus.


    Unklar war, wohin die Luft entweicht. Wir haben den Ventildeckel runter gehabt. Oben machte es nicht den Anschein als würde es in der Ölsuppe blubbern. Am Schlauch von Kurbelgehäuseentlüftung zum Ansaugtrakt hörte man es wie in einem Holkörper, kam allerdings kein (fühlbarer) Druck raus. Meinem Gehör nach zu urteilen hätte es auch können in dem Ansaugkrümmer selbst entwichen sein, was ja im Vergleich zum Geräusch im Kurbelwellengehäuse eher auf defekte Ventilschaftabdichtungen (Einlass), anstelle defekter Kolbenringe hindeuten würde.


    Ich würde morgen gegebenenfalls noch einmal im warmen Zustand die Kompression messen. Dann auch mal schauen ob die durchtrennte Leitung des Öldruckmessers (warum die durchtrennt ist könnte man jetzt hier vermuten) weiter Aufschluss gibt weil z.B. zu wenig Öldruck wenn warm. Vielleicht ist bis dahin auch die Endoskopkamera eingetroffen, mit der man (wenns die Qualität der Bilder zulässt) vielleicht ein paar EIndrücke der Zylinder einfangen kann ...


    Bis dahin würde ich mich aber riesig freuen, wenn der eine oder andere einen Tip hätte, wie diese oder zukünftige Messungen besser zu deuten wären und welche Verfahren weiter zur Fehlersuche beitragen könnten. Ich wäre im gewissen Rahmen bereit, Zeit und Geld in den Motor zu investieren, kann mir aber bei einem Schaden im Bereich der Kolbenringe oder und / oder Lagerschäden etc. eher vorstellen einen Austauschmotor einzubauen (falls da jemand was weiss nur her mit den Infos ;) und den alten vielleicht nach und nach auseinander zu nehmen und zu erneuern.


    Also; Ist der Kompressionsdruck bei kaltem Zustand so viel weniger? Oder gar mehr, wie zuerst von uns vermutet? Handbuch sagt ja 30 bar im Bestfall - aber bei mindestens 30°, besser Betriebstemperatur (also um die 90°?). Ist es warscheinlich dass er warm unter 25bar fällt (Toleranzgrenze)?

    Und warum hält er umgekehrt den Druck nicht / so schlecht? Welche Druckverlust ist als "noch im Rahmen" zu bezeichnen? Oder waren zwei Bar einfach zu wenig? Gibt es Möglichkeiten, das Entweichen der Luft genauer zu orten? Allgemein waren wir anfangs etwas überrascht über die guten Kompressionswerte und auch die Nockenwelle hatte keine Riefen bzw. war zu sehr eingelaufen. Vielleicht sind es ja auch "nur" die Ölabstreifringe?


    Wenn also von euch hier wer einen Rat weiss; nur her damit!


    Ich bin gespannt und verbleibe mit den besten Grüßen


    Jo :wink

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  • Zur Druckverlustprüfung kann ich leider nicht viel beitragen, aber 27bar im kalten Zustand klingt doch erstmal gut!

    Bezüglich der Schaftdichtungen kann es auch sein, dass gar keine verbaut sind. das ist bei meinem 2.5td auch so.


    Was hat der Motor bisher hinter sich?

    Ich habe meinen im Ende letzten Jahres neu gemacht.

    nach 150tkm sahen die Laufbuchsen noch so gut aus, dass es nur neue Kolbenringe & neue Lagerschalen gab.

    Kostentechnisch hält sich das dann echt in Grenzen.

    Ich glaube die Motorrevision hat mit allem vielleicht 6...700EUR gekostet:


    Motordichtsatz

    Kopfdichtung

    Kopfschrauben

    Kolbenringe

    Hauptlager

    Pleullager

    Zahnriemensatz

    Wasserpumpe

    Gewinde am Kopf reparieren lassen


    Nach (knapp) 30 Jahren sind neue Kolbenringe ja auch nicht so schlecht.


    Gruß,


    Sebastian

  • Schwer zu durchschauen. Bei UPS liefen die soweit ich weiss bis zum Modellwechsel ... oder Totalschaden? Wurden aber immer bestens gewartet. Denke dass vielleicht trotzdem ein ATM drin sein kann. Insg. hat die Kiste knapp 499.000km runter ... Da sonst alles aus Alu ist, auch das Fahrgestell steht der Rest allerdings sehr gut, wenn auch vernachlässigt, da. Da die Motorhaube den gesamten Motorraum frei gibt (nur noch vordere Stossstange im Weg) wäre ein (weiterer) ATM eben eine "bequemere" Option wenn ich nicht eine Revision vornehmen will ...

    Da ich den LKW dazu möglichst bald auch nutzen möchte, wäre Motor raus, neuen rein und den alten überholen bzw. als Ersatzteillager eben auch denkbar ...

  • Hat der vielleicht lange gestanden? Also bevor da an ATM und Revisionen denkst mal die einfachen und günstigen Sachen ausprobieren.

    Ich würde dem als erstes neues Öl und Filter verpassen (und Luftfilter, hat aber mit dem Problem nix zu tun) und mal ne ordentliche Strecke fahren. Auch mal ein gutes Stück Volllast auf der Autobahn. Vielleicht sind ja ein paar Kolbenringe verharzt und wollen nicht mehr richtig.

    Außerdem mal Desolite DW (Dieseladditiv) zugeben, das kann Rückstände an den Düsen und im Brennraum lösen.

  • Ich hatte beim selben Motor einen klar messbaren Erfolg durch den Einsatz vom LiqiMoly Motorspülung. Sage und schreibe 750 gr waren im Ölfilter zusammen gekommen!

    Vorsichtig über einige Tage etliche Kilometer bei niedrigen Drehzahlen fahren. Mit Glück werden ja eventuell verharzte Bereiche an den Ölabstreif- und Kolbendichtringen verschwinden?


    Anschließend Ölwechsel mit Filter ist selbstverständlich.

    "Soziale Netzwerke sind eine Kombination aus Denkfaulheit, Rechtschreibschwäche und Internetanschluss..." Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig

  • Nunja der Stand etwa ein Jahr rum. Ob das un viel ist keine Annung. Wurde allgemein aber von der Vorbesitzerin wenig in den letzten 6 Jahren gefahren. Ölwechsel war dann etwa 50km vor der letzten Fahrt 2019. Das mit den Additiven teste ich mal aus ... wie viel km sollten denn da erfahrungsgemäß gemacht werden?

    Diesel- und Luftfilter sowie neues Motolager hinten (beim alten ist der das Lagerungsgmmi nicht mehr existent) sind schon bestellt ...

  • Stimmt, so eine Motorspülung kann was bringen. Ich würde es aber zuerst mit neuem Öl versuchen.

    Wenn der wirklich wenig gefahren wurde, dann kann schon sein, dass da was klemmt oder klebt oder sich was abgesetzt hat wo es nicht soll. Bevor da größere Operationen machst einfach mal fahren.

  • Neue Erkenntnisse von heute wären; der Öldruckschalter (falls nicht defekt) geht nach Motorstart aus (mit angeklemmter Kontrollbirne da Schalter selbst abgezwickt) Auch wenn er warm ist, bleibt sie aus.

    Druckverlustprüfung hat nichts Neues ergeben ... ab 3bar fängt es allerdings leicht an aus der Kurbelwellenentlüftung zu pusten. Am Ansaugtrakt war auch mal ein leichtes Zischen zu hören, kann aber auch sein dass der Kolben da nicht genau auf OT war ...


    Habe auch festgestellt dass Öl aus der alten, also wiederverwendeten, Ventildeckeldichtung an einer Stelle entweicht (minimal). Aber auch aus dem Öleinfüllstutzen. Wenn er bei etwa 90-95° ist, qualmts aus dem Ventildeckel und spritz etwas Öl wenn ich den Deckel abnehme ... Ist das normal oder dann eindeutig dass da was mit den Ringen nicht stimmt?

    Ich habe noch mal bei ca. 70°C eine Kompressionsmessung gemacht: Ergebnis war dass Kolben die zuvor 30bar hatten nun bei 35bar lagen und der eine, der zuvor 27,5bar hatte nun um die 30-31bar lag. Nach wie vor kann ein Zylinder (Fahrtrichtung ganz rechts) nicht gemessen werden da ken rankommen möglich. Ist so viel Druck normal? Eigentlich steht im Handbuch dass 30bar "neu" bedeuten?!


    Des Weiteren ist mir beim auseinander nehmen der Gehäuseentlüftung aufgefallen, dass in den Leitungen / Schläuchen etwas Öl ist. Auch wenn ich es weggwische, ist es kurze Zeit später wieder da. Habe neben dem Schlauch zum Ansaugtrakt auch das Sieb am Kurbelwellengehäuse mal durchgepustet. Da kam schon etwas dickflüssige Plörre raus. Beim Abschrauben kam auch einiges Öl raus gelaufen.

    Kann es sein dass der Motor einfach zu viel Öl hat? Der Messstab ist glaube ich nicht original, sieht eher aus wie eine Gewindestange mit unten dem kurzen Stück Messskala ... Also definitiv nicht wie im Handbuch mit der platten Stelle ...

    Was meint ihr?

    Bzgl. Spülung bin ich mir unsicher obs was bringt, besorge ich aber evtl mal um am Wochenende weiter schauen zu können ...

  • Die KW-Entlüftung kann auch zu schmoddern, die mal mit Benzin oder Bremsenreiniger auswaschen schadet nicht. Bei dem Bj. geht der Schlauch der KW-Entlüftung normalerweise in den Querträger, mal schauen ob’s da raus qualmt oder falls der schon in den Ansaugtrakt nach dem Lufi geht mal da abziehen und den Anschluss rausdrehen und alles auf Durchgängigkeit prüfen.

    N bisl Öldämpfe wirst am Ventildeckel immer haben, va. wenn das Öl heiß ist.

    Ich glaub nicht, dass die Kolbenringe hinüber sind, sondern dass die einfach nur kleben und vielleicht die Ventile nicht ganz dicht sind. Der braucht warm Bewegung mit gutem Öl und nem Dieseladditiv. Dann weiter schauen und mal eventuell spülen.

    Also so würds ich machen.

  • Schlauch geht in Ansaugtrakt. Durchlässigkeit wurde geprüft.

    Wurde mit Kurzzeitkennzeichen überführt und kann erstmal nich nicht auf die Straße. Ölwechsel ist wie gesagt nicht lange her ... keine 100km, etwas mehr als ein Jahr. Dass es am Öleinfüllstutzen dampft; ok. Aber dass da das Öl schon fein raus dröppelt wenn er offen ist?

    Was meint ihr zu der hohen Kompression wenn er warm ist? Und ist es normal dass da Öl (ca. 20-30ml) in dem Sieb der Kurbelgehäuseentlüftung ist?

    Schön dass ich hier so schnell Tips bekomme ^^

  • Und ist es normal dass da Öl (ca. 20-30ml) in dem Sieb der Kurbelgehäuseentlüftung ist?

    Ist normal, dass da was drin steht. In dem Ding ist ja ein Metallgewebe was das Öl kondensieren soll, wenigstens Teilweise, und als „Tröpchenfänger“ dient. Da bleibt was drin stehen wegen dem Rand unten.

  • Aber ist es auch normal dass es oben am Schlauch der an den Ansaugtrakt führt überall ölig ist? Auch nach 10 minütigem Leerlauf und davor gereinigt?

  • Nein, das ist zuviel. Wie gesagt, ich denke es liegt an klebenden Kolbenringen und/oder durchlassenden Ventilen.

    Ich kann dir die Länge von meinem Ölmessstab abmessen, wenn auch meinst der passt nicht und du hast zuviel Öl drin. Aber erst morgen irgendwann, vielleicht kann das ein anderer früher machen.

  • Das wäre ja mal interessant zu wissen... Weiss vielleicht auch jemand die Länge des "neueren" also korrekten Getriebeölmessstabs? Habe meinen gemessen und es sieht auch sehr sauber und etws über MAX aus, aber weiß nicht ob der neuere Stab da schon drinnen ist ...

  • Ich würde aber trotzdem das Öl ablassen und dann mit 2L auffüllen, dann weißt es sicher. Muss aber warm sein sonst bleibt zuviel drin.

    Motorölmessstab mess ich dir morgen ab, wenn ich’s schaff.

  • super! danke yogibear!


    also der peilstab ist der gleiche ^^

    hatte also auf jeden fall zu viel öl ...

    mit der kamera habe ich nur sehen können dass schwarze ablagerungen an den zylinderwänden sind ...

    qualmen tut er gefühlt eher mehr obwohl ich jetzt weiss dass der ölstand nun in etwa korrekt ist ...

    morgen fahr ich mal zur zulassungsstellen und hole nummernschilder ... dann werde ich mal noch ein paar km fahren ...

    aber ich glaube ja kaum dass sich da was löst oder so ...